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 Pflanzenwelt
 
 

Erbsen

Die Erbsen gelten als besondere Speise der des germanischen Gottes Donar und Zwerge.

„Ein Bauer hatte ein schönes Erbsenfeld, aber als es zur Aernte ging, wurden die Schoten leerer und leerer, und wenn er sich auf die Wacht stellte, um den Dieb zu fangen, hörte er’s rascheln, sah aber niemand. Da nahm er denn einmal seinen Knecht mit hinaus, den ließ er das eine Ende eines Stricks faßen, er aber nahm das andere in die Hand und so liefen sie das Erbsenfeld auf und nieder und rissen den Zwergen die Nebelkappen ab. Da waren sie gefangen und haben dem Bauern die Erbsen teuer bezahlt, daß sie nur ihre Nebelkappen wiederbekamen, und sowie sie die hatten, hui! waren sie fort.”
(mündl. aus der Umgebung von Rinteln, n. KUHN u. SCHWARTZ, A.270,4)

Auch ein Schmied aus Dardesheim hatte den Diebstahl seiner Erbsen durch Zwerge zu beklagen. (GRIMM, Nr. 155)

Eine Erbsenranke gaben Zwerge einer Frau als Beweis für ihre Existenz mit. Als die Frau zurück bei den Menschen war, verwandelte sich die Ranke in eine eiserne Kette. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 13)

Während der Zwölfnächte, wenn Götter und albische Wesen umherziehen, dürfen Erbsen nicht gegessen werden (so erzählt in der Uckermark, in Mecklenburg und Thüringen, n. KUHN u. SCHWARTZ, C. 159), man soll statt dessen die Hühner mit ihnen füttern, damit sie viele Eier legen (aus Camern, ebd., C. 167).
Wer dennoch während der Zwölfen Erbsen und Bohnen ist, der soll sich dadurch Geschwüre zuziehen (FRISCHBIER, 61).

Wer aber zu Silvester eine Erbsensuppe verspeist, der soll im kommenden Jahr Wohlstand erwarten dürfen.

Weil der Donar nach der Christianisierung als Teufel betrachtet wurde, rührt von Donars Vorliebe für die Erbsen die Redensart „auf dem hat der Teufel Erbsen gedroschen” für jemanden mit pockennarbigen Gesicht (KUHN u. SCHWARTZ, Vorwort XXVf. u. C. 256).

„Böswillige Menschen bewahren sich Schoten, welche neun Erbsen enthalten, um durch diese den Fuhrwerken ihrer Nachbarn zu schaden. Man darf nämlich eine solche Schote nur über das fremde Fuder werfern und es muß, selbst auf dem ebensten Wege umwerfen.” (aus dem Ermland, n. FRISCHBIER, Hexenspr. u. Zauberb.

„wer erbsen und bohnen ißt, darf selbe woche keine säen, sonst mißraten sie.” (GRIMM, A. 796)

„beim erbsenpflanzen nehme man vor sonnenuntergang einige erbsen in den mund, und halte sie während dem pflanzen stillschweigend darin, so sind die gesteckten vor den sperlingen sicher.” (GRIMM, A. 934)

Erbsen soll man am hundersten Tag des Jahres säen, dann bringen sie hundertfältige Frucht (Das sechste und siebente Buch Mosis, 136).

An einem Mittwoch oder Sonnabend, immer im letzten Viertel des Mondes, gesäte Erbsen sollen schneller weich zu kochen sein. (Das 6. und 7. Buch Mose, 55)

Überhaupt solle man Erbsen nur Mittwochs oder Sonnabends säen, da sie sonst von den Vögeln weggeholt würden, riet man in Stendal. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 361)

Erbsen mit Speck soll man an einem Donnerstag essen, an anderen Tagen bringen sie Schwären, heißt es in Berlin. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 352)

Im Samland fütterte man die Hühner am Sylvesterabend mit weißen Erbsen, damit sie gut legen. (FRISCHBIER, 131)