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Oleaceae - Ölbaumgewächse
Gemeine Esche, Fraxinus excelsior,
Mannaesche, Fraxinus ornus s. u.
Fraxinus excelsior L.
Ein winterkahler Laubbaum, der bis zu 40 m Höhe und einen Stammdurchmesser von bis zu 1,70 m, dabei eine Lebensspanne von bis zu 200 Jahren erreicht.
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Das harte und dabei elastische Holz der Esche wurde zur Fertigung von Waffen benutzt. Der Zentaur Chiron trägt einen Speer aus Eschenholz; mit dieser Waffe fällte Achilles den Hektor.
In der nordischen Mythologie ist Yggdrasill, der Weltenbaum, eine gewaltige Esche. Lange hält sie dem Biß der Schlange Nidhöggr stand, weshalb ein abgekochter Sud von diesem Baum als Mittel gegen Schlangenbiß galt. Yggdrasill wird von den drei Nornen gewässert, was sich auch daran zeigt, daß Eschen feuchte Standorte bevorzugen.
Der Name des ersten Mannes in der nordischen Mythologie, Askr, bedeutet Esche.
Die Griechen hatten ähnliche Überlieferung. Im ehernem Zeitalter schuf Zeus aus Eschenholz das eherne Menschengeschlecht, das den von seiner Flut ertränkten Menschen des Prometheus nachfolgte.
Auch von den Meliae, den Eschennymphen, sollte das Menschengeschlecht herstammen. Darum, so eine Deutung, schuf Zeus den Menschen nicht neu, sondern er formte die bestehenden Menschen nach seiner Ordnung um.
Die aufrecht ragenden Triebe der Esche geben ihr einen vielleicht etwas hochmütigen Habitus. Als einmal der Teufel von ihr verlangte, sich vor ihm zu verneigen verweigerte sie sich, was den veranlasste, den Baum zu verkohlen. Ihre enge Beziehung zum lebensspendenden Wasser sicherte ihr Überleben, doch sind die Knospen seit jener Zeit russig schwarz.
Auffallend in diesem Zusammenhang ist die namentliche Nähe der schwarzknospigen Esche zur rußig-schwarzen Asche.
Fraxinus ornus
auch Blumensche, Eberesche, Wielesche, Zwergesche (LOSCH, 114)
Ein kleinerer, der Gemeinen Esche ähnlicher Baum des südlichen Europa.
Gesammelt wird von März bis Mai der Rindensaft, woraus man Lösung und Sirup bereitet oder das nahrhafte Manna gewinnt.
Pflanzliches Manna, der Name stammt aus der Bibel (2. Mose 16) entsteht, wenn Eschenzikaden und andere Insekten in die Rinde stechen und daraufhin der Pflanzensaft als süße Masse austritt. Geerntet wird das offizinelle Manna der Mannaesche von Juni bis August.
Rinde und Blätter beider Arten sowie das Manna empfiehlt die Kräutermedizin als abführendes Mittel.
Der hier für die Mannaesche genannte Name Eberesche bezeichnet in den meisten Fällen die Vogelbeere.
In Schleswig-Holstein pflanzte man sogenannte Banneschen, damit den Anliegern Not und Unglück erspart blieben. Unter fließendem Wasser, morgens vor Sonnenaufgang, setzte man den Baum in das Pflanzloch, in welches man vorher zauberkräftige Gegenstände wie Steinkeile, Pferdeköpfe oder Weidenruten gelegt hatte. Wer es wagte diese Banneschen zu beschädigen, der beschwor für sich und sein Dorf großes Unheil herauf. Eine letzte derartige Bannesche soll noch in Bisdorf auf der Ostseeinsel Fehmarn stehen. (RUST, 17f.)