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 Pflanzenwelt
 
 

Fingerhut

Digitalis
Scrophulariaceae - Rachenblütler

 

N
giftig!
Roter Fingerhut

Digitalis purpurea

Roter Fingerhut
D. purpurea, Elmshorn, Gehölz am Rosengarten, Juni 2003, Aufn. Zompro
Ein bis 1,5 m Höhe erreichendes zweijähriges Kraut der Waldlichtungen und Kahlschläge, das kalkarme Böden anzeigt. Die großen, röhrigen Blüten hängen nickend in einseitswendiger Traube. Sie werden gern von Hummeln besucht.

Der Fingerhut ist eine traditionelle Heilpflanze, die ehedem zur Behandlung der Wassersucht gegeben wurde. Neben der Medizin wurde der Fingerhut auch zur Abwehr des bösen Blicks geschätzt.

Gesammelt werden in Juni und Juli die Blätter der Pflanze, aus denen man eine Aufguß, Essig, Essenz, Fluidextrakt, Pillen, Tiktur, Wein und Zäpchen bereitet und außerdem Gigitalin und Digitoxin gewinnt.

Diese werden von Kräutermedizinern bei Herz- und Kreislaufstörungen verordnet, Digitalis ist auch ein schulmedizinisch verschriebenes Herzmittel. Vor einer Eigenmedikation ist allerdings dringend abzuraten.

Der Fingerhut verdankt seine medizinische Entdeckung hergebrachtem „Hexenwissen”, denn kräutigerkundige Heiler verwendeten ihn seit alter Zeit. 1741 vernahm der Mediziner Wilhelm Withering, Shropshire (England), die Kunde, eine Hexe behandle die Wassersucht erfolgreich mit einem bestimmten Kräutertrank. Withering suchte die namentlich leider unbekannte Frau auf und erhielt von ihr das Wissen um die heilkräftige Pflanze. Withering extrahierte die Droge Digitalis und führte sie in die Schulmedizin ein, wodurch er weltberühmt wurde und der Wissenschaft eine ganze bis dato unbekannte Arzneimittelfamilie zugänglich machte. (PICKERING, 93).

 

N
giftig!
Wolliger Fingerhut

Digitalis lanata

wie D. purpurea