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Bellis perennis
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Eine kleine Rosettenpflanze, die in Mitteleuropa überall auf Wiesen wächst und sich einiger Beliebtheit erfreut, wie die zahlreichen Namen verraten. Sie blüht vom ersten Frühling an bis hinein in den Winter mit leuchtend gelben Blüten inmitten eines weißen, oft rot bestrichenen Strahlenblütenkranzes.
Es heißt, der auch Neidstern genannte Knoblauch verderbe die Pflanzen seiner Nachbarschaft, Ausnahme sei das Gänseblümchen. Einst sollen aus den Tränen der Maria die Gänseblümchen entstanden sein, die man darum auch Marienblümchen nennt. Das Kraut erboste den Teufel derartig, daß er neben jedes Marienblümchen eine Kralle warf, aus der dann der Neidstern entsproß. Alles Kraut in dessen Umkreis stirbt ab, einzig das Marienblümchen hält stand. (märkische Sage, n. SIEG, 253)
Gesammelt werden von Mai bis September die Blüten und frischen Pflanzen. Aus diesem früher als Herba et Flores Bellidis minoris offizinellen Sammelgut bereitet man Aufguß, Essenz, Kaltauszug und Tinktur. Die Blätter werden als Salat gegessen, die ungeöffneten Blüten als Kapernersatz verwendet.
Diese Verordnungen gelten kräuterheilkundlich als blutstillend, schmerzstillend, kühlend, lösend und zerteilend.
Gänseblümchen sollen gefüllte Blüten bekommen, wenn sie bei zunehmenden Mond bzw. gegen den Vollmond gesät werden; auch für Stiefmütterchen soll diese Regel Geltung haben. (n. d. Magisch-sympathetischen Hausschatz, in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 132)
Wer wagt es, sich den donnernden Zügen des Lebens entgegenzustellen?
Das Gänseblümchen zwischen den Geleisen.
Erich Kästner
Gänseblümchen sollen eine Abneigung gegen Trinker bzw. Alkoholdunst haben: ich setzte mich der Beobachtung wegen zu einem Menschen, der als Säufer, Lügner und Tierschinder bekannt ist in unserem Dorf; innerhalb einer Viertelstunde hatten sich sämtliche Kelche der Gänseblümchen je von ihm weggebogen, nach Osten hin, obzwar die Sonne hoch und sommerstark im Süden stand. (H. STERNEDER, Sommer im Dorf, 66) W. SCHRÖDTER, dessen Pflanzengeheimnissen diese Geschichte entnommen ist, fährt mit einem Bericht von einem Mann fort, der seinen gelegentlichen Rausch auf einer Wiese auszuschlafen pflegte, welche mit Gänseblümchen übersät war. Und als er das Naturlager verlassen hatte, konnte man gewahren, daß diese kleinen Blümelein ihre Blütenköpfe nach außen gewendet hatten. Sie wurden durch den Alkoholdunst gestört, und erst die Mittagssonne konnte die Blüten wieder beruhigen, daß sie ihre Köpfe der Sonne entgegenstreckten. (SCHRÖDTER, Pflanzengeheimnisse, 23f.)