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| N giftig! |
Gratiola officinalis L.
Scrophulariaceae, Braunwurzgewächse
auch wild Aurin, Erdgalle, weißes Gallenkraut, Gichtkraut, Gnadenkraut, Gottesgnade, Gotteshilfe, Grazede, Kopf oben Kopf unten, Laxierkraut, Magenkraut, Nieskraut (gesammelt nach LOSCH, 143)
Gesammelt werden die widerlich bitter schmeckenden blühenden Kräuter, offizinell Herba Gratiolae, in Juni und Juli, verarbeitet werden sie zu Abkochung, Essenz, Extrakt (Extractum Gratiolae, Fluidextrakt, Pulver oder weingeistigen Auszug (Tinctura Gratiolae (n. LOSCH, 143 u. SCHINDLMEYER, 344).
Solche Verordnungen empfahl die Kräutermedizin ehedem gegen Hautleiden, Wassersucht, zur Blutreinigung, gegen die Melancholie, gegen Würmer, als Brech- und Abführmittel (Laxiermittel unten- und obenaus, siehe Namen). Es wurde in Gaben von 0,1 bis 0,5 gr gegeben; darf aber nicht als Hausmittel gebraucht werden (LOSCH, 143), da wegen der Giftigkeit des Gottesgnadenkrauts Gottes Gnade über Gebühr beansprucht würde.
Sicherer ist daher wohl die Homöopathie, welche mit dem aus Gottesgnadenkraut gewonnenem Homöopathikum Gratiola Störungen von Magen, Darm und Leber behandelt, außerdem gegen Kopfweh, Hautausschlag, Rheuma und angegriffenen Nerven.