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 Pflanzenwelt
 
 

Hopfen

Humulus lupus L.
Cannabaceae (Hanfgewächse)

Deutsche Namen sind auch Hopf, Hoppen, Hopp, Hupfe; den männlichen Hopfen bezeichnet man als Femmelhopfen, Nesselhopfen oder wilden Hopfen, den weiblichen als Läufer. Den wildwachsenden Hopfen nennt man je nach Region, Standort und Erscheinungsbild Bruch-, Busch-, Dorn-, Hecken-, Heide-, Rasen-, Strauch-, Wald-, Weiden- oder Wiesenhopfen (LOSCH, 31).

Hopfen.
Hopfen. Im Garten d. Verf., Mai 2004

 
Eine in Mitteleuropa häufig vorkommende Schlingpflanze, die feldmäßig in verschiedenen Sorten vornehmlich zur Bierbereitung gebaut wird.

Aus einem kräftigem Wurzelstock wächst beim Hopfen eine bis zu sechs Meter lange, rechtswindende Sprosse; der Hopfen ist zweihäusig, es hat eine Pflanze also entweder männliche oder weibliche Blüten.

Gesammelt werden in August und September die Fruchtzapfen (Glandulae lupuli) und Drüsen, woraus man Aufguß, Essenz, Extrakt, Pillen, Pulver und Tinktur bereitet.

Historische Hopfendarren in Hever, England.
Historische Hopfendarren in Hever, England. Heute sind sie zu Wohnungen ausgebaut. Aufn. R. ZOMPRO, 2005.

 
Das Mehl oder Pulver, aus dem auch die Pillen gedreht werden, wird aus den als Glandulae lupuli offizinellen Hopfenzapfen gewonnen.
Zur Ernte werden die Drüsen, welche sich an den Zapfenschuppen befinden, herausgelöst. Die darin enthaltene harzige Substanz, deren bitterer Geschmack vom Humulon und vom Lupulon rührt. Diese Stoffe sind es, denen der Hopfen seine beruihigende Wirkung verdankt (DÜLL u. KUTZELNIGG, 223).
Das reizende und stärkende Hopfenmehl wirkt als stärkendes Mittel und gegen Skorbut gegeben, außerdem bei Unterleibskrämpfen, Verdauungsschwäche und nervöser Aufregung und Schlaflosigkeit, wogegen auch das Bier empfohlen wird.
Aus frischen Hopfenzapfen wird mit weingeistigem Ansatz die Hopfentinktur gewonnen. Sie soll gegen Gelbsucht und Gicht wirken.

Solche Verordnung empfiehlt die Kräutermedizin als beruhigendes bis betäubendes, schmerzstillendes und wassertreibendes Mittel.
Die „Hopfenspargel” genannten Frühjahstriebe sollen, als Salat gegessen, die verstopfte Leber lindern, der rohe Saft wirkt stuhltreibend. Gesottener Hopfen regt die Galle an und wirkt blutreinigend. Ein Dampfbad mit Hopfenblüten soll die Wehen befördern und, da harntreibend, bei Blasenstein helfen (aus Kräuterbüchern, n. LOSCH, 31).

Außer zu nährenden und heilenden Zwecken findet der Hopfen auch als Faserpflanze Verwendung.

Die ungemein wüchsigen, langsprießenden Ranken des Hopfens ließen auch sympahetische Wirkung erhoffen:

„eine jungfrau, die gern lange haare hätte, lege von ihren haaren mit den hopfenranken in die erde, so wachsen sie lang.” (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 376)

 

Von windenden Pflanzen wie dem Hopfen heißt es: „Alle ,lunaren’ (mondbeeinflußten) Pflanzen, wozu z. B. die Nachtschattengewächse und die Bohnen gehören, spinnen links herum, die ,solaren’ (sonnebeeinflußten), wie z. B. der Hopfen, dagegen rechtsherum.” (SCHRÖDTER, 201)