| < zurück | |
| Pflanzenwelt | |
Humulus lupus L.
Cannabaceae (Hanfgewächse)
Deutsche Namen sind auch Hopf, Hoppen, Hopp, Hupfe; den männlichen Hopfen bezeichnet man als Femmelhopfen, Nesselhopfen oder wilden Hopfen, den weiblichen als Läufer. Den wildwachsenden Hopfen nennt man je nach Region, Standort und Erscheinungsbild Bruch-, Busch-, Dorn-, Hecken-, Heide-, Rasen-, Strauch-, Wald-, Weiden- oder Wiesenhopfen (LOSCH, 31).
|
Aus einem kräftigem Wurzelstock wächst beim Hopfen eine bis zu sechs Meter lange, rechtswindende Sprosse; der Hopfen ist zweihäusig, es hat eine Pflanze also entweder männliche oder weibliche Blüten.
Gesammelt werden in August und September die Fruchtzapfen (Glandulae lupuli) und Drüsen, woraus man Aufguß, Essenz, Extrakt, Pillen, Pulver und Tinktur bereitet.
|
Solche Verordnung empfiehlt die Kräutermedizin als beruhigendes bis betäubendes, schmerzstillendes und wassertreibendes Mittel.
Die Hopfenspargel genannten Frühjahstriebe sollen, als Salat gegessen, die verstopfte Leber lindern, der rohe Saft wirkt stuhltreibend. Gesottener Hopfen regt die Galle an und wirkt blutreinigend. Ein Dampfbad mit Hopfenblüten soll die Wehen befördern und, da harntreibend, bei Blasenstein helfen (aus Kräuterbüchern, n. LOSCH, 31).
Außer zu nährenden und heilenden Zwecken findet der Hopfen auch als Faserpflanze Verwendung.
Die ungemein wüchsigen, langsprießenden Ranken des Hopfens ließen auch sympahetische Wirkung erhoffen:
eine jungfrau, die gern lange haare hätte, lege von ihren haaren mit den hopfenranken in die erde, so wachsen sie lang. (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 376)
Von windenden Pflanzen wie dem Hopfen heißt es: Alle ,lunaren’ (mondbeeinflußten) Pflanzen, wozu z. B. die Nachtschattengewächse und die Bohnen gehören, spinnen links herum, die ,solaren’ (sonnebeeinflußten), wie z. B. der Hopfen, dagegen rechtsherum. (SCHRÖDTER, 201)