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| Pflanzenwelt | |
Tussilago farfara L.
Asteraceae (Korbblütler)
Der lateinische Name leitet sich von tussis, Husten und agere, vertreiben ab.
Deutsche Namen des Krauts sind zahlreich: Brandlattich, Roßhuf, niederdt. Fahlenför, Fohlenfuß, Bullerblad, schwäb. Butterblätter, Roßhuebe, schweiz. Doktorblümeli (nach SIEG 1939, 174).
Pfarrer Losch hat noch mehr gesammelt: Hufblatt, Hoflörrich, Koikenblad, Hofkeblad, Hufelnblätter; Bachblümli, Berglätsche, Brandlattich, Fohlenfuß, Hanblümli, weiße Labassen, Labaschen, Ladderblätter, Märzblume, Nerlandsblätter, Ohmblätter, Papenmütz, Pulsterblätter, Roßhub, Sammetblakte, Sandblakte, Sandblümli, Schlipfblümli, Sommertürle, Teeblümli, Werschlaneschen, Zeitlösle, Zeitrösli (LOSCH 1997, 164f.).
Die Vielfalt der Namen deuten auf Verbreitung und Popularität dieser Pflanze.
Volkmedizinisch ist dieser bevorzugt auf lehmigen Böden und ruderalen Standorten (z. B. Wegränder, Schuttplätze) gedeihende Frühblüher (März/April) als Hustenmittel bekannt und bis heute von Bedeutung.
Schon PLINIUS empfahl bei festsitzendem Husten, die Wurzeln des Huflattichs über Zypressenkohle zu räuchern und die Dämpfe einzuatmen. Spätere Autoren legten die Blätter als Ladung der Pfeife ans Herz und in knapper Zeit ist Huflattich verbreiteter Tabakersatz, der auch in medizinischer Hinsicht vorzuziehen sei (nach SIEG, 172 f.).
Die übliche Anwendung ist jedoch die Verwendung von Blatt und Blüte in Tees, Wein oder Kompressen. Die Blätter tragen als Offizinalpflanzen den Namen Folia Farfarae, die ehedem offizinellen Blüten Flores Farfarae.
Zur Teebereitung werden etwa 20 bis 30 Gramm Blätter und/oder Blüten auf den Liter Wasser gegeben. Kneipp empfahl diesen Tee (Species pectorales) zur Reinigung der Brust. Der Absud gilt auch als linderndes Waschwasser bei wunden und brennenden Stellen der Haut (LOSCH, 165).
Zur Haarpflege wird ein Extrakt des Huflattichs bereitet. Der soll gegen Schuppen und obendrein als Antiseptikum wirken.
Gesammelt werden die Blätter des Huflattichs von April bis Juni.
In Volks- und Aberglauben liefert die Form der Blätter den Bezug zur Pferdehaltung: Wer sein Pferd zu verkaufen trachtet, der sollte es eine Zeit lang mit Huflattich füttern, wovon es eine stattliche Erscheinung erhalte.
Auch das eigene Gesicht läßt sich mit dem gelb blühendem Kraut verzieren: Reibt man es mit Huflattich ein, sollen bald Sommersprossen blühen.
Im Siegerlande hält man den Huflattich für eine auf Bleivorkommen hinweisende Pflanze. (SCHRÖDTER, 42)