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 Pflanzenwelt
 
 

Kartoffeln

Solanum tuberosum
Solanaceae (Nachtschattengewächse)

(auch Erdapfel, Tartauffel) Die einjährig wachsende Kartoffel stammt aus der neuen Welt und wurde erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa eingeführt. Seit der Preußenkönig in Schlesien und Pommern den Anbau der Kartoffel befahl, entwickelte sie sich zur wichtigsten Hackfrucht Europas, die als Nahrungs- und Futtermittel verwendet wird. Neben der Kartoffelknolle selbst, die in vielerlei Zubereitungen gegessen wird, gewinnt man aus ihr Stärke, Kartoffelflocken und Alkohol (Wodka).

Kartoffelpflanze.
Blühende Kartoffelpflanze. Im Garten d. Verf., Mai 2004

 
Bis auf die unterirdisch wachsenden Knollen sind alle Teile der Pflanze giftig.

Die bevorzugt auf lockeren, sandigen und humusreichen Böden gedeihende Kartoffel wird etwa einen Viertel bis einen Meter hoch und treibt von Juni bis September Blüten, aus denen sich kugelige grüne Früchte entwickeln. Unterschieden werden frühe, mittelfrühe und späte Sorten.

Gefährdet ist die Kartoffel durch den Kartoffelkäfer, der in Massen auftreten und ganze Ernten vernichten kann. Das wurde im 19. Jahrhundert den Iren zum Verhängnis, die nach einer solchen Katastrophe in Unzahl am Hunger verstarben.

Frucht der Kartoffelpflanze.
Frucht der Kartoffelpflanze.
Die Frucht der Kartoffelpflanze (oben: Früchte wärend der Reife, unten Längsschnitt) ähnelt einer unreifen Tomate. Beide Pflanzenarten gehören der gleichen botanischen Familie an. Im Garten d. Verf., Juli 2004

 
Kartoffeln soll man, wie auch Rüben und überhaupt Pflanzen, deren „Frucht” unter der Erde wächst, bei abnehmenden Mond pflanzen. (n. d. „Magisch-sympathetischen Hausschatz”, in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 132)

Bei zunehmendem Mond soll man hingegen keine Saatkartoffeln stecken, ebensowenig unter den Zeichen Steinbock, Krebs, Jungfrau und Fische (WEHR, 141), auch nicht an einem Montag, da sie sonst madig werden. (Das sechste und siebente Buch Mosis, 136)

Eine gute Ernte sei zu erwarten, wenn am weihnachtlichen Himmel viele Sterne stehen oder wenn es am Neujahrstag schneit. (WEHR, 141)

Warzen soll man mit der Schnittfläche einer Kartoffel einreiben. Dabei sei aber darauf zu achten, daß kein Licht auf die Stelle fällt. (WEHR, 141)

Eine Kartoffelmutter, welche die Pflanze als göttliches Wesen besselt, ist in Peru als Axo-Mama bekannt. (FRAZER, 601) Ähnlich ist die europäische Kornmutter.

 

In München gibt es ein Kartoffelmuseum.