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| Pflanzenwelt | |
Große Klette Arctium lappa,
Kleine Klette A. minus,
Hain-Klertte A. nemorosum u.
Filzige Klette A. tomentosa
Asteraceae (Korblütler)
Deutsche Namen auch Bolsternblätter, Borren, Bosemsknöpp, Große Klette, Haarballe, Haarwachswürze, Kinderblätter, Kinzel, Kirmsen, Kirmsgästchen, Kladde, Kladdebusch, Klebern, Klibe, Klibern, Klibusch, Klieben, Kliewen, Klis, Klise, Klitz, Klitzebusch, Klusen, Lederlappen, Loddike, Löreken, Lurk, Ohmblätter, Tönnersbläden, Tabaksblatt, Wolfskraut (LOSCH, 167)
Kletten sind zweijährige, in Halbrosetten wachsende Stauden, deren Fruchtstände mit Hilfe hakiger Spitzen an Tieren haften (ankletten) und so verbreitet werden.
Die jungen Blätter und das Mark von Stengel und Wurzeln können als Gemüse gegessen werden, die Samen enthalten 17% genießbares Klettensamenöl. Kletten werden in manchen Ländern auch feldmäßig als Wurzelgemüse angebaut (DÜLL u. KUTZELNIGG, 73).
Zu medizinischen Zwecken wird von März bis Oktober die Wurzel (Radix Bardanae) der Großen Klette und der Kleinen Klette gesammelt, die zu Aufguß, Elixier, Essenz, Fluidextrakt, Öl oder Pulver verarbeitet wird. Solche Zubereitungen verwendet die Kräutermedizin bei Leiden von Darm oder Leber, bei Eiterungen, Ausschlägen und Geschwüren (SCHINDELMAYR, 345 u. DÜLL u. KUTZELNIGG, 73).
Die Wurzel gilt zudem als giftwidrig, blutreinigend, schweiß- und harntreibend, man nutzte sie bei Gicht, Syphilis und Quecksilberkrankheit (LOSCH, 168).
In magischer Praxis verwendet man die Klette, um das Vieh vor Unheil zu schützen. Beispielsweise wird sie bei Kühen zwischen Hörnern und Schwanz befestigt, um die Tiere vor Behexung zu schützen. Auf ein Hausdach geworfen, soll die Klette böse Menschen fernhalten (WEHR, 146).
Wo Kletten wachsen, so glaubte man, sollen im Boden Kohlen zu finden sein (ebd.).