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 Pflanzenwelt
 
 

Gemüsekohl

Brassica oleracea L. - Brassicaceae, Kreuzblütler

Ein in zahlreichen Kulturformen gebautes Gemüse, das wild auf der Insel Hegoland als salzverträgliche Küstenpflanze vorkommt (DÜLL u. KUTZELNIGG, 96).

Außer zu Nahrungszwecken finden die Blätter des Kohls auch medizinische Anwendung, indem sie auf offene Wunden gelegt werden (ebd.).

Kohl und Majoran sollen miteinander in Zwietracht stehen. Wo der eine gedeiht, vergeht der andere, wenn sie sich nicht gegenseitig zugrunde richten. (AGRIPPA VON NETTESHEIM, De Occulta Philosophia, Kap. XVIII, zit. n. SCHRÖDTER, 43) Ebensolche Feindschaft soll den Kohl auch mit dem Wein verbinden (ebd.)
In der Nähe des Wohlgemuts (Borago officinalis) soll Kohl verdorren (SCHRÖDTER, 17). Auch Alpenveilchen und Wein seien schlechte Nachbarn für den Kohl. (ebd., 20)

Zwischen Kohlpflanzen soll man Tomaten setzen, da deren strenger Geruch die Kohlweißlinge vergrämt.

„wenn eine kohlpflanze im ersten jahr blüte trägt, oder weiße stellen an den blättern bekommt, entsteht im hause des besitzers ein unglücksfall.” (GRIMM, A. 1114)

Beim Krautpflanzen beschmutzte Hände soll man in einem großen Stunz waschen, damit das Kraut große Köpfe bekomme, riet man im Saalfeldischen. (GRIMM, A. 530)
Dort galt das Krautpflanzen auch als Liebsorakel: Ob ein Mädchen seinen Geliebten bekommt oder nicht erfahre es, indem sie von einem Pflänzchen ein Stück Wurzel abzwickt, den übrigen Teil spaltet und die Wurzel einer anderen Pflanze hindurchsteckt. Beide setzt sie nun hart an einen Stein, drückt sie fest aneinander und wartet ab: Bekleiben die Pflanzen, wird es zur Heirat kommen. (GRIMM, A. 531)

 

Wirtschaftliche Methode, Blumenkohl zu schneiden:

„Nach Angabe eines Engländers soll man nicht, wie gewöhnlich, dem Blumenkohl den ganzen Kopf abschneiden, sondern ein großes Stück, wie etwa eine Haselnuß groß, und alle Blätter stehen lassen. Es wird sich bei diesem Verfahren zwei- bis dreimal ein neuer Kopf bilden, und man wird zwei bis fünf Monate lang Blumenkohl von deselben Pflanze haben können.” (Wunderquelle, Nr. 4, p. 3, n. SCHRÖDTER, 160)