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 Pflanzenwelt
 
 

Meerrettich

Cochleria armoracia
Armoracia rusticana

(auch Kren, Kreen) Ein aus Osteuropa stammendes Kraut, dessen lange, kräftige Wurzel als scharfes Gewürz gebraucht wird, besonders in geriebener Form als Meerrettichsenf zu geräuchertem Lachs.

In September und Oktober werden Wurzel und frischer Wurzelstock gesammelt, woraus man Essenz, Öl und Sirup bereitet. Solche Verordnungen empfiehlt die Kräutermedizin als hautreizendes und harntreibendes Mittel, das die Blutgefäße anregt.

Hildegard von Bingen empfahl getrockneten und pulverisierten Meerrettich, vermischt mit ebenso zubereiteten Galgant (Alpinia galanga), gegen „Herzeweh”.

Das phallische Aussehen der Merrettichwurzel und ihr scharfer Geschmack legte auch ihre Verwendung als Aphrodisiakum nahe.

Eine gegen Feuer schützende Salbe soll aus Eibischsaft, Petersiliensamen und Kalk, alles zerstampft, zusammengesetzt und mit Eiweiß und Meerettichsaft vermengt hergestellt werden können. Damit reibe man sich ein, lasse trocknen und wiederhole dann die Anwendung. Man könne dann durch Feuer gehen oder glühendes Eisen tragen, ohne sich zu verbrennen. So empfiehlt jedenfalls der französische Große und Kleine Albert, worin auch noch eine ähnliche Salbe aus Eibischsaft, frischem Eiweiß, Flohkrautsamen, gepulvertem Kalk und Meerettichsaft angegeben ist, welche wie die andere zu verwenden sei. (n. SCHRÖDTER, 103)

„Ein besonders bakterizider (bakterientötender) Pflanzengeruch ist der des Meerrettichs (...). Deshalb eignet er sich trefflich zum Konservieren von Früchten auf die Dauer von fünf Monaten und Eiern bis zu fünf Jahren! Diese Forschungsergebnisse werden bereits p´raktisch in der russischen Konserven-Industrie verwertet.” (SCHRÖDTER, 26)