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 Pflanzenwelt
 
 

Myrte, Myrtenbaum

Myrtus

Die Pflanzengattung der Myrtengewächse ist besonders in Südamerika verbreitet. In den Hartlaubgehölzen des Mittelmeerraum ist verbreitet die Gewöhnliche Myrte, Myrtus commmunis. Gern wird sie wegen des angenehmen Dufts ihrer kleinen weißen Blüten in Gärten kultiviert.

Aus dem Laub der Myrte werden Brautkränze geflochten, die Blätter werden auch zu Heilmitteln gegen Brobnchialkatarrh verarbeitet.

Als Zauberkraut soll sich die Myrte besonders für Liebeszauber und zum Bann von Geistern eignen. (MALA, 124)

Volkstümlich wird der Name Myrte auch für andere Pflanzen verwendet, z.B. Gerber-Myrte oder Toten-Myrte.

Die Myrte war der Göttin Ishtar heilig.

Neben Myrte soll der Olivenbaum gut gedeihen — so schrieb AGRIPPA VON NETTESHEIM in seiner Occulta Philosophia (T. I; c. 17, n. SCHRÖDTER, 18)

Eigenartiges ist von einer im Riesengebirge wohnhaften Witwe berichtet, welche vier unverheiratete Töchter hatte. Die Familie besaß einen Myrtenstock und als bei dem — was es nie zuvor gegeben hatte — gleichzeitig drei Zweige blüten sagten Nachbarn und Freunde, das sei ein Zeichen für die bevorstehende Heirat dreier Töchter. Tattsächlich kam es alsbald zu drei Hochzeiten. (SCHRÖDTER, 265)

„In Deutschland wurde die Myrte erst relativ spät bekannt. Der ,myrtelbaum’ der hl. Hildegard (12. Jh.) und Konrad v. Megenbergs (14. Jh.) ist nicht die Myrte, sondern der Gagelstrauch (Sumpfmyrte; Myrika gale).” (MARZELL i. Handwörterbuch VI,714)