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 Pflanzenwelt
 
 

Petersilie

Petroselinum sativum, Petroselinum crispum, Doldengewächse

Das beliebte und gesunde Kraut stand schon im Altertum in hohem Ansehen. Damals sagt man ihm eine friedens- und heiterkeitsstiftende Wirkung zu und flochten darum bei Festgelagen Petersilie in die Blumengebinde. Andererseits wurde die Petersilie zur Kriegführung benutzt, indem man den Pferden Petersilie unter das Futter mischte. Ebenso aßen die römischen Gladiatoren Petersilie zur Steigerung von Ausdauer und Kampfkraft.

Von Juni bis Oktober werden Früchte, Kraut und Wurzel oder die ganze frische Pflanze gesammelt, woraus man Aufguß, Essenz, Extrakt, Fluidextrakt, Mixtur, Öl, Saft oder Wasser bereitet sowie die Frucht nutzt.

PetersilieKräutermedizinisch ist die Petersilie bei Wassersucht und Nierenleiden angezeigt.

Dieses meist als Gewürz verwendete Kraut galt bereits den antiken Griechen als aphrodisierende Speise.

Verantwortlich für die anregende Wirkung ist der in der Petersilie enthaltene Stoff Apiol. Dieses Apiol ist besonders in den Samenkörnern der Petersilie enthalten und kann in hohen Dosierungen gefährlich sein - beim Genuß des Krauts ist das aber nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil, die Petersilie ist durch ihren hohen Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen besonders empfehlenswert.

Die Petersilie wurde auch als Mittel zur Abtreibung verwendet. Vielleicht hießen früher deshalb Straßen, in denen Prostitution betrieben wurde, häufig „Petersiliengasse”.

Bei Schafen soll die Petersilie für ein aromatisches Fleisch sorgen.

Ratschlag zur Lagerhaltung: Petersilie verträgt nicht die Nähe von Äpfeln und Tomaten, sie welkt dann allzu rasch.

Petersilie darf einem Aberglauben zufolge keinesfalls fortgeworfen werden, da sie den Teufel anlocke. Ein anderer Aberglaube besagt, daß jemand sterben müsse, dessen Name beim Pflanzen der Petersilie gedacht werde. Auch der Gärtner müsse sich hüten, denn schlecht keimende Petersilie, wie sie häufig vorkommt, soll den Tod bedeuten. Darum soll man bei der Aussaat lachen, denn dann soll die Saat gut gedeihen. Ist das gelungen, dann füttere man die Hühnerküken damit, die dadurch vor Hexerei gefeit werden. Auch dürfe man mit Nachwuchs rechnen.

Als Wetterzeiger sollen lange Wurzeln der Petersilie auf einen langen Winter deuten.

„Petersilienhochzeit” nennt man den Tag, an dem eine Ehe zwölfeinhalb Jahre gehalten hat.