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| Pflanzenwelt | |
Rosa
-- in sammelnder Vorbereitung --
Die Blume der Liebe.
Daß die Rosen häufig rot gefärbt sind, führt eine griechische Sage auf das Blut der Göttin Venus zurück. Die soll sich an den Dornen der ehemals weißen Rosen verletzt haben, als sie um Adonis trauerte, wovon die Rosen ihr tiefes Rot erhielten.
Mehrere christliche Heilige werden mit der Rose dargestellt, Cäcilia, Casilda von Toledo (von Burgos), Elisabeth von Thüringen, Germane Cousin, Hemma von Gurk, Lidwina (Lidwiga, Lidia), Rita von Cascia, Rosa von Lima und Thérèse von Lisieux, mit Rosen am Kreuz Zdislawa (Berka), mit Rosen in einem Korb Elisabeth von Thüringen, mit drei Rosen im Kelch Hermann Joseph von Steinfeld mit einem Rosenstrauß Rosa von Lima und im Schnee Rosen pflückend Wilburgis.
Der Reichtum der Rosenblüte im Juli deutet nach einer Bauernregel auf den kommenden Winter:
Im Juli viele Rosen — im Winter scharfes Tosen.
Für den Oktober heißt es:
Späte Rosen im Garten lassen den Winter noch warten.
Späte Rosen sollen auch einen warmen Winter ankündigen.
Das Aufblühen einer Rose im späten Herbst soll einen Tod ankündigen.
| Züchterkunst schuf hunderte verschiedener Rosensorten. Im Bild einige dieser, gesehen im Elmshorner Rosengarten, Juni 2003. Mont. u. Aufn. Zompro. | ![]() |
Im Garten stehen Rosen gern in kameradschaftlicher Beziehung zum Lavendel, da der Duft dieses Krautes Läuse vertreibt (KREUTER, 176).
Rosa canina
Gesammelt werden von Juni bis November, woraus man Essenz, Honig, Mus, Öl, Pulver, Tinktur und Wasser bereitet.
Solche Verordnung empfiehlt die Kräutermedizin gegen Steinleiden in Blase und Niere sowie als Waschwasser und zum Gurgeln.
Rosen sollen die Nachbarschaft des Knoblauchs mögen: Knoblauch neben den Rosensträuchern in den Gärten beysammen gezeuget machet die Rosen wohlriechender / darumb / daß der Knoblauch durch seine scharffe und eingepflanzte Hitze den Rosen eine Krafft und Stärcke gibt. Also in gemein was vor Kälte Schaden nimpt / das wird durch Hitze gestärcket und gebessert. (LEVINUS LEMNIUS, Occulta naturae miracula (Frankfurt am Main 1672), Buch VI, cap. 27, n. SCHRÖDTER, 19)
Gartenfreunden wird auch geraten, neben die Rosen Zwiebeln zu pflanzen.
Im Rosengrün der Provence hat man Zwiebeln gepflanzt, um den Duft der Rosen zu erhöhen. Die Zwiebel als Lilie betrachtet, erklärt wohl die Sympathie [hier: Pflanzenfreundschaft] zwischen Rose und Lilie. (A. STRINDBERG, 1920, n. SCHRÖDTER, 39)
Als Jupiter seine Vermählung feierte, brachten ihm alle Tiere Geschenke dar. Auch die Schlange kroch in den Himmel und trug eine Rose im Munde; doch als Jupiter sie erblickte, sprach er: "Gern und freudig nehme ich die Geschenke der übrigen an, aber von dir will ich nichts haben."
Die Geschenke der Schlechten sind unwillkommen.
Einen zehnten Jahrestag nennt man Rosenjubiläum.
In Chaeronea in Griechenland kochte man in der Antike aus verschiedenen Blumen (Lilie, Rose, Narzisse, Schwertlilie) Salben, die zur Schmerzlinderung verwendet wurden. Mit einer aus Rosen bereiteten Salbe konservierte man hölzerne Statuen (PAUSANIAS, Boeotien, 41.7).
Rosen hieß das von Zwergen geschmiedete Schwert, das König Ortnit von seinem Vater Alberich erhalten hatte und mit dessen Hilfe später dessen Nachfolger Wolfdietrich das Reich befriedete.
Eine andere Rose ist die graphische Darstellung der Himmelsrichtungen in Form der Kompaßrose.
Goldene Rose nennt sich eine seit dem elften Jahrhundert vergebene Auszeichnung, mit welcher der Papst diejenigen Herrscher ehrt, welche sich um die Kirche besonders verdient gemacht haben.
Tee von Ehrenpreis, Goldrute, Gundermann und Rosenblättern soll nach Dr. med. J. F. OSIANDER (1787 bis 1855) gegen hämorrhoidales Bluten helfen. (SCHRÖDTER, 214)
Gelbe Rosen gelten in Rußland als Unglücksboten, die man daher besser nicht als Gastgeschenk mitbringt.