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 Pflanzenwelt
 
 

Rosmarin

Rosmarinus officinalis L.
Lamiaceae (= Labiatae, Lippenblütler)

Rosmarin.
 
Rosmarin: Blüte.
Junger Rosmarin (oben) und Blüte vom Rosmarin. Im Garten d. Verf., Mai 2004

 
Deutsche Namen auch Rosmarein, Rosamarei, Röslimarie, Rosmariggen (LOSCH, 127).

Ein immergrüner, bei aufrechten Wuchs bis etwa 1,25 m Höhe erreichender Halbstrauch mit schmalen, lederigen Blättern, die oben dunkelgrün, unten weißfilzig sind und von März bis Mai erscheinenden violetten Blüten. Rosmarin wird in Gärten und, da als südeuropäische Pflanze im Norden nicht immer winterhart, besonders in Töpfen als Würz- und Heilkraut gezogen.

Der Rauch der verbrannten Blätter soll eingeatmet gut gegen Schnupfen und Husten wirken (LOSCH, 127). Vermutlich ist die Vaporisation günstiger, um die Atemwege nicht unnötig mit Rauchpartikeln zu reizen.

In der Zauberei schätzt man die Kraft des Rosmarin beim Totenbann, er gilt als Liebesglück verheißend und volksmedizinisch als krampflösend. (MALA, 124)

„Bei Hochzeiten bekommen im Havellande, z. B. in Liepe, der Prediger und Küster ein Glas Bier, ein Licht und einen Rosmarinstengel, mit einem Faden rother Florretseide umwunden; von dieser trägt auch die Braut einen Faden um den Hals; diesen nennt man die Brautseide.” (KUHN u. SCHWARTZ, G. 282)

In Skandinavien ist der Rosmarin Hochzeitsschmuck (SCHINDLMAYER, 240).

Der Rosmarin soll eine so starke Leuchtkraft haben, daß er sich selbst bei eigenem Lichte in der Dunkelheit photographieren lasse. M. BURKHARDT (1941) beobachtete diesen Umstand auch bei Salbei, Arnika, Farnkraut und Kastanien und schloß daraus, „daß alle diese Pflanzen zu den radioaktiven gehören”. (SCHRÖDTER, 123)