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Chelidonium maius L.
Papaveraceae, Mohngewächse
Namen auch Affelkraut, Augenkraut, Blutkraut, Geschwulstkraut, Gilbkraut, Goldkraut, Goldwurz, Grindwurz, Jölk, Jülk, Nagelkraut, Augenklar, Schälerkraut, Schälfers, Schellkraut, Schellwurz, Schindkraut, Schinnkraut, Schindwurz, Tackenkraut, Trudenmilch, Warzenkraut (LOSCH, 46).
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Zur kräuterheilkundlichen Verwendung wird April bis Juli das Kraut (Herba Chelidonii), die frische Wurzel oder die gesamte Pflanze gesammelt, woraus man Extrakt (Extractum Chelidonii), Fluidextrakt, Tinktur, Saft oder Essenz gewinnt. Diese verwendet man zur Senkung von Blutdruck und Puls sowie bei Leber- und Gallenleiden (SCHINDLMAYR, 348 u. LOSCH, 46). Besonders wird es zur Bekämpfung von Warzen empfohlen (Name!). Zur Warzenbehandlung soll man ein Blatt des Schöllkrauts abbrechen, die betroffene Stelle mit dem austretenden Saft einreiben, eintrocknen lassen und die Anwendung nach ein bis zwei Tagen wiederholen. Es soll kaum ein besseres Mittel gegen Warzen geben (aus dem Katalog 2004 der Fa. Rühlemann’s, S. 139).
Das Extrakt empfiehlt die Kräutermedizin bei drei- bis viertägigen Fieber und Gelbsucht, in Wein eingelegt wirkt das Kraut den Schweiß treibend und gegen Wassersucht, Schellkrautwasser vertreibt Sommersprossen. Der Saft, in einen hohlen Zahn gegeben, soll diesen zerbrechen und ausziehen (LOSCH, 46). Die Anwendung gegen Gelbsucht kannte bereits PARACELSUS, die moderne Pflanzenheilkunde setzt den frischgepreßten Saft bei Erkrankungen der Leber und des Pfortadernsystems ein. (SCHRÖDTER, 74f.)
Die Wurzel des Schöllkrauts ähnelt der der Alraune und wurde darum in betrügerischer Absicht für dieses seltene und teure Zaubermittel ausgegeben und verkauft.
Wer Schöllkraut zusammen mit dem Herzen eines Maulwurfs mit sich führt, der soll davon außergewöhnliche Körperkräfte erhalten. Zudem soll diese Mischung bei Rechtsstreitigkeiten zum Sieg verhelfen.
Ein Gemenge von Mehl, Weinhefen und pulversisiertem Schöllkraut, zu Kügelchen geformt und den Vögeln zu fressen gegeben, soll diese so dumm und taub machen, daß man sie ohne Mühe fangen kann (Das 6. und 7. Buch Mose, 37).
Die Namen Goldkraut und Goldwurz beziehen sich auf den gelben Milchsaft der Pflanze. Diese Farbigkeit ließ Alchemisten beim Versuch der Goldherstellung zu diesem Kraut greifen.
Schöllkraut wird als Bestandteil von Salben genannt, welche bis zu einem gewissen Grade Feuerfestigkeit bewirken sollen. (SCHRÖDTER, 104)