| < zurück | |
| Pflanzenwelt | |
| N giftig! |
Daphne mezereum L.
Thymelaeaceae, Spatzenzungen-, Seidelbastgewächse)
Name auch Brennwurz, Giftbäumlein, Giftbeere, Holzmännchen, Hundszigel, Insigel, Linsigel, Kälberhals, Kellerhals, Hellerkraut, Kellersalz, Kellerschall, Luzeile, Menschendieb, Menschenmörder, Pfefferblume, Pfefferbusch, Pfele, Pfelle, Quälerhals, Rechbeere, Schallkraut, Seidelbaum, Süßbast, Tschillingen, Waldlorbeere, Warzenbast, Wolfsbast, Zahnwehholz, Zeiland, Ziegling, Ziland, Zilang, Zilander, Zilet, Zilinder, Zilunder, Zillingen, Zwilinder (LOSCH, 134)
Ein kleiner, bis gut einen Meter aufragender, winterkahler Strauch. Schon bloße Berührung kann Hautreizungen hervorrufen, sämtliche Teile, besonders Rinde und Früchte, sind stark giftig. Vergiftungen sollen im Hals ein würgendes Gefühl hervorrufen, worauf sich der Name Kellerhals beziehe (DÜLL u. KUTZELNIGG, 154). Auch etliche der übrigen volkstümlichen Namen weisen auf die mangelnde Bekömmlichkeit hin (Giftbäumlein, Menschendieb, Quälerhals).
Der botanische Gattungsname bezieht sich auf Daphne, eine Nymphe der griechischen Mythologie. Diese wurde vom Gott Apollo verfolgt und betete darum verzweifelt zu ihrem Vater, dem Flußgott Peneios. Unversehens wurde sie daraufhin in einen Lorbeerbaum verwandelt. Die Blätter des Lorbeerbaums ähneln dem des Seidelsbasts, darum der Name.
Der Seidelbast wurde mit dem germanischen Gott Tyr in Verbindung gebracht, worauf manche seiner dänischen Namen hindeuten (dän. Tyvidir, Tyed, Tyswed, n. GRIMM, Deut. Myth., I., S. 165 u. III., S. 72).
Der Seidelbast verströmt einen angenehmen, dabei betäubendem Duft. Berührung soll Ausschlag hervorrufen können.
Zu heilkundlichen Zwecken wird im Februar die Rinde (Cortex Mezerei) gesammelt, die zu Essenz, Fluidextrakt und Mixtur verarbeitet wird. Der sehr giftige Seidelbast wurde kräutermedizinisch äußerlich bei Geschwüren und anderen Hautleiden eingesetzt, außerdem bei Herzschwäche. Wegen der gefährlichen Giftwirkung ist von einer Anwendung abzuraten.
In der Homöopathie hat Mezereum als Mittel gegen Knochenfraß, nässende Flechten, Magenkrebs, Blutharnen, Weißfluß und Syphilis seine Bedeutung (LOSCH, 134).
Die Früchte sollen sich für nachbarschaftlichen Schabernack eignen. Wirft man nämlich einige davon beim Nachbarn auf den Herd, so werden dem, wie es heißt, sämtliche Speisen anbrennen, solange die Asche der Früchte nicht ausgefegt wurde.
Ähnlich in Wuchs und Giftwirkung ist der Lorbeerseidelbast, Daphne laureola L.).