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 Pflanzenwelt
 
 

Spargel

Asparagus officinalis L.
Liliaceae - Liliengewächse

Namen auch Spargen, Sparjes, Sparsch, Spars, Sparsen, Sparsach, Sparsich, Spart, Spers; Arsch; Korallenkraut; Schwammkraut (ges. n. LOSCH, 21).

Ein bis 1,5 Meter hoch werdendes Kraut, das besonders als feines Stangengemüse bekannt ist. Blütezeit ist Juni bis Juli, Beerenreife im August.

Heimisch ist der Spargel im östlichen Mittelmeerraum. Er war den Ägyptern und Griechen bekannt, die ihn vor allem als Heilpflanze schätzten. Die Römer bauten den Spargel feldmäßig an und genossen ihn als Gemüse. Mit ihrem Vordringen verbreiteten sie auch den Spargel, um die Zeitenwende wurde er in Gallien und Britannien gebaut.
Das europäische Mittelalter kannte den Spargel wieder eher als Heilpflanze, der in Klostergärten gezogen wurde, doch erkannte man bald seinen Wert als Gemüse, so daß er seit dem 16. Jahrhundert als luxuriöses Gemüse die Tafel der Reichen, ein Jahrhundert darauf auch die breiterer Schichten zierte. Mit der Entwicklung der Konservendose und der Entdeckung, daß der Spargel dafür besonders geeignet ist, begann seine Verbreitung als Massengemüse.
Die Spargelsaison ist vielerorts ein Höhepunkt des Küchenjahres, geerntet wird von Mitte April bis Johanni (24. Juni), dem sogenannten „Spargelsilvester”, an dem die Ernte eingestellt wird, damit die Spargelpflanze sich für das kommende Jahr erholen kann:

„Kirschen rot — Spargel tot”

Als Heilpflanze fand der an Vitaminen und Spurenelementen reiche Spargel Aufnahme ins Arzneimittelbuch.
„Früher zählte man die Spargelwurzel zu den fünf großen, eröffnenden Wurzeln, Radices quinque aperientes majores” (LOSCH, 21). Aus der Wurzel werden Weintinkturen und Tees sowie Tabletten bereitet und zur Stärkung von Nieren, Leber und Galle verwendet, sein Genuß verbessert die Konzentrationsfähigkeit und muntert bei Müdigkeit auf.

Der Spargel wird volksmedizinisch als Aphrodisiakum empfohlen, vermutlich weil er (etwas Phantasie vorausgesetzt) dem männlichen Penis ähnelt. ATKINSON-SCARTER, 102)

„Wer sich mit dem Öl, darin Spargeln zerquetscht sind, schmiert, den stechen die Bienen und Wespen nicht.” (aus Kräuterbüchern, n. ebd.)

Spargel sollen besonders dort gut gedeihen, wo auch Schilfrohr wüchsig ist. Das empfahlen schon die Römer Cato der Ältere (234 bis 149) und Gajus Plinius Sec. maj. (23 bis 79) und dahingestellt sei, ob das auf eine Freundschaft dieser Gewächse oder auf gleiche Standortansprüche zurückzuführen ist. (SCHRÖDTER, 17)

„Recht großen Spargel zu ziehen: ,Wenn im Frühjahr der Spargel aus der Erde hervorsticht, so suche man an jedem Stocke einen recht starken Stengel aus und stecke ihn in den Hals einer grünen Glasbouteille, welche man umgekehrt darüber stürzt und mit einigen kleinen Stäbchen befestigt, damit sie nicht umfällt, indem der Hals der Flasche nur einen halben Zoll tief in der Erde stehen darf. Der Spargelstengel treibt nun, der Luft beraubt, in der Flasche sehr schnell in die Höhe, bis an den Boden derselben, kehrt alsdann wieder um, bis an den Hals der Flasche, wächst hernach, weil er da keinen Ausgang findet, immer an den inneren Seite der Flasche fort, bis er ihren ganzen Raum ausgefüllt hat und sie aus der Erde hebt. Alsdann sticht man den Stengel ab, zerschlägt die Flasche und findet nun eine sonderbare Erscheinung der Vegetation, nämlich einen Spargelstengel von 24-30 Loth und so zart und wohlschmeckend, als nur irgendein Spargel der besseren Art und in der frühesten Jahreszeit sein kann. Man benutzt zu diesem Experiment zersprungene, sonst unbrauchbare Flaschen. Es fragt sich: ob nicht der Stock Schaden leidet’ (Rinne, Nr. 41, p. 20; Wunderquelle, Nr. 3,p.2; Das Sechste und Siebente Buch Mosis).” (SCHRÖDTER, 157f.)