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| Pflanzenwelt | |
Eupatorium cannabinum L.
Asteraceae, Korbblütler
auch Alpkraut, Berghanf, Bruchwurz, Donnerkraut, Drachenkraut, Ginschklee, Hanfdost, Hirschgünsel, Hirschklee, Kunigkraut, Kunigundkrauten, Kunigundenkraut, Lämmerschwanz, Leberbalsam, Leberkraut, Rotes Ruhrkraut, Schloßkraut, Schimpferblume, Tugendblume, Wasserhanf, Wasserottich (LOSCH, 156)
Ein gern im Sumpfe, auf Waldlichtungen oder auf anderweitig feuchten Böden kräftig bis 170 cm emporwachsendes Kraut, dessen drei- bis fünflappige Blätter denen des Hanfes (Cannabis) verblüffend ähnlich sehen, woher der botanische Artname rührt.
Blütezeit der rötlichen, in dichten Sträußen stehenden Blütenkörbe des Wasserdostes ist Juli bis September, die ölhaltigen Samen reifen September bis Oktober (DÜLL u. KUTZELNIGG, 181 u. 183).
Der Wasserdost ist der einzige heimische Vertreter einer viele Arten umfassenden, überwiegend in der Neuen Welt heimischen Gattung. Der Gattungsname Eupatorium stammt aus dem Griechischen. Erst seit Linné benennt man damit den Wasserdost, zuvor war damit der ähnlich bitter schmeckende Odermennig (Agrimonia eupatoria L.) gemeint.
LOSCH zitiert nach GMELIN: Gesner hat in den Wurzeln eine abführende Kraft bemerkt; (LOSCH, 156) und nach Kräuterbüchern: Das Kraut dieweil es sehr bitter ist, reinigt, verteilt und säubert alle grobe Feuchtigkeit, die sich in dem Geäder sammelt. Deshalb, wenn man´s in Wein oder Wasser siedet und trinkt, öffnet es die verstopfte Leber, Milz und andere Teile, heilt die Mißfarbe, Gelbsucht und Wassersucht, ebenso die langwierigen Fieber, von schleimigen, zähen Feuchtigkeiten und Verstopfung verursacht.Es bringt den Frauen ihre Zeit, treibt den Harn, reinigt die Brust und Lunge. (ebd.) Desweiteren ist es abführend und erregt Brechreiz, es helfe gegen Würmer, sowohl der gepresste Saft wie eine Räucherung mit dem getrockneten Kraut. Gegen Jucken und Räude trinkt man es mit Erdrauch gemischt und in Wasser gesotten, nimmt dazu auch nach dem Bad den mit Essig und Salz gewürzten Saft als Hautwasser. Getrunken soll Wasserdostsaft bei Wunden helfen, das Kraut gibt man Pferden gegen Keuchen und Rindern bei Husten (ebd.).
Ehedem verwendete man den Wasserdost auch als Räuchermittel, indem man Hexen damit während der Folter behandelte: um sie vom Teufel zu befreien oder um sich selbst vor diesem zu schützen ist unklar. Eine berauschende Wirkung wie beim namensgebenden Hanf ist allerdings nicht zu erwarten.