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| N giftig! |
Bryonia dioica L., Rotbeerige Zaunrübe und
Bryonia alba JACQUIN, Weiße Zaunrübe
Cucurbitaceae (Rübengewächse)
auch Zaunrebe, weißer Enzian, Faulrübe, Feuerwurzel, Gichtrübe, Gichtwurz, Haningwurz, Heckenrübe, Hundsrübe, Rasrübe, Raswurzel, Schmerwurz, Spanische rübe, Stickwurz, Teufelskirsch, Tollrübe, Zaunranke, wilde Weinranke, wilder Zitwer (LOSCH, 155 u. a.)
Eine kräftige aber frostempfindliche Kletterpflanze, deren Ranken bis zu 4 Meter lang werden können, ehe sie im Herbst absterben. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
Die von Juli bis September reifenden Beeren der Zaunrübe sind wegen enthaltener Cucurbitacine sehr giftig, bereits fünfzehn Beeren sollen für Kinder tödlich sein, der Tod erfolgt durch Atemlähmung (DÜLL u. KUTZELNIGG, 99f.).
Diese Giftwirkung macht die Zaunrübe zum Hexenkraut und sie soll ein beliebter Ersatz für die Alraune gewesen sein. Wohlverstanden genutzt ließen sich mit ihr Tränke zur Steigerung der Fruchtbarkeit bei Mensch oder Pferd und Linderung von Unterleibsbeschwerden erzielen.
Die Übersetzung des französischen Namens lautet Kraut der geschlagenen Frauen, ein Hinweis auf die schmerzstillende Wirkung bei Prellungen (PICKERING, 319) oder aber auf ihre stark wehenfördernden Wirkung (LOSCH, 155).
Gesammelt wird von September bis November die Blätter, Früchte und Wurzeln, die zu Abkochung, Aufguß, Essenz, Pulver und Tinktur verarbeitet werden. Solche Verordnungen (äußerlich!) empfiehlt die Kräutermedizin gegen Wassersucht, Rheuma und seit der Antike als starkes Abführmittel.
Die Wurzel wurde als Radix Bryoniae offizinell geführt und zur Förderung der Wehen und des Abführens eingesetzt. Wegen der erheblichen Giftwirkung ist aber vor Experimenten mit der Zaunrübe dringendst abzuraten, ihre Verwendung ist nur in der Homöopathie empfehlenswert (LOSCH, 155).
Diese Arten sind nicht zu verwechseln mit der auch schwarze Zaunrübe genannten Schmeerwurz, die völlig andere Blüten hat, aber ebenfalls rankt.