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 Allmende
 
 

Psychopompos

Ein Führer der Seelen. Der Psychopompos geleitet die Seele der Verstorbenen ins Reich der Toten. Dabei ist er der „Gute Hirte”, der den Weg durch die Unterwelt kennt und auch beim Totengericht mitwirkt.

„Selbstverständlich braucht ... die lebende Seele einen Führer auf ihrer Fahrt — bei Mohammed ist es der Erzengel Gabriel —, der die Rolle des Seelenbegleiters mit der des getrauen Eckharts, des Warners und Mahners, verbindet. Übrigens spielt der Gedanke der Begleitung bei der Seelenreise eine ungeheure Rolle.” K. BETH i. Handwörterbuch IV,652)

Psychopompos ist Titel des griechischen Botengottes Hermes, der dieses Amt von Apollon übernommen hatte. Die Vorstellung eines Seelenführers war aber allgemein verbreitet. So kannten etwa die Ägypter den hunde- oder schakalköpfigen Anubis. In germanischer Mythologie holen die Walküren die gefallenen Krieger vom Schlachtfeld nach Walhalla, bei den Kelten ist Ogma Seelenführer.

Im Christentum sind es der Engel Michael oder der Riese Christophorus; an der Pforte zum Himmel erwartet der Petrus die Seele, die Einlaß begehrt. Der Christophorus findet sich auf frühchristlichen Ikonen wie sein ägyptischer Kollege Anubis hundsköpfig dargestellt (BELLINGER, 420).

 

Christlicher Schutzpatron der Seelenführer ist Alfons Maria di Liguori.