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    Rauch
 

Weihrauch

Ein bereits aus der Steinzeit bekanntes Kultmittel. Der Weihrauch stammt von einer speziellen Baum- bzw. Strauchart (Boswellia catreri bzw. sacer), die im südlichen Arabien (Jemen) gedeiht.

Die Küste der Quamarbucht, das Gebiet um Al Ghaida in der VR Jemen, ist ein Zentrum der Weihrauchgewinnung und wird danach Weihrauchküste genannt.

Weihrauch Eritrea Olibanum.
Weihrauch Eritrea Olibanum

 
Gewonnen wird der Weihrauch, indam man die Rinde des Gehölzes anritzt. Aus der Wundstelle tritt eine Wundmilch aus, die zu goldgelbem oder rötlich-weißem Harz erstarrt.

Der Weihrauch, der durch Verbrennung des Harzes entsteht, dient bei Kulthandlungen, beispielsweise der Weihe, zur Beförderung des Gebetes, der Abwehr von Dämonen oder schlicht zur Vertreibung von Fliegen, die den blutigen Opferstein sonst im Übermaß umschwirren.

Dem Weihrauchhandel soll das Reich der Königin von Saba (1. Könige 10, 1-13 und 2. Chronik 9, 1-12) seinen phantastischen Reichtum verdanken.

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Besonders wird der Weihrauch in der römisch-katholischen Kirche sowie in Buddhismus und Shintoismus verwendet.

Die im katholischen Gottesdienst liturgisch vorgeschriebene Räucherung mit Weihrauch bezeichnet man als Inzensation oder Inzens.

In der Volksmedizin gilt Weihrauch als probates Abwehrmittel wider bose Geiser und Dämonen aller Art.

„Um sich vor den bösen Geistern zu schützen (...) herrscht in katholischen Gegenden die Sitte, an gewissen Tagen der zwölf Nächte Zimmer und Ställe mit Weihwasser zu besprengen und mit Weihrauch zu durchräuchern.” (Magisch-sympathetischer Hausschatz, Anm. S. 141)

Der Weihrauch soll auch gegen profane Gebresten wie etwa Rheumatismus Wohltat entfalten.

 

Als Ersatz für den teuren Weihrauch wurde in Europa auch die aromatische Eberraute verwendet (SIEG, 202).