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| Allmende | |
Der Rausch ist ein alter Begleiter des Menschen. Die Mittel zu seiner Herbeiführung sind vielfältig: Alkohol, pflanzliche Drogen, tierische Gifte oder durch Meditation, Tanz, Massenerlebnis und vielem mehr.
Die Genesis berichtet vom Urvater Noah der nach der Sintflut einen Weinberg anlegt und sich betrinkt (1. Mose 9,20f.). Im Neuen Testament der Bibel ist es Jesus, der bei seinem allerersten Wunder bei der Hochzeit zu Kana (Johannes 2,1-10) Wasser in Wein verwandelt.
Im Norden kannte man den Skaldenmet Óðrärir, der Erreger des Blutes. Ihm verdanken Götter und Menschen die Dichtkunst.
Der antike griechische Historiker HERODOT berichtete von einer Bestattungszeremonie bei den Skythen. Diese errichteten Zelte, in denen über heißen Steinen der Samen des Hanfs zum Dampfen gebracht wurde. In diese Zelte krochen die Skythen, freuten sich über die Dämpfe und schrien laut. (lib. IV. c. 75, zit. n. Schreiber u. Schreiber, 123)
Wo der Mensch im Rausch nicht allein die Dröhnung sucht, trachtet er im Rausch eine andere Form des Bewußtseins zu erreichen. Viele kennen beispielsweise den Rotwein als ein Getränk, das die Gesprächsrunde zur Erörterung philosophischer oder religiöser Fragen trägt.
Neben religiöser Versenkung in Gebet oder Meditation gilt der Rausch als ein Mittel zur Erlangung der Ekstase, wenngleich in der Moderne der Mißbrauch zwecks Unterhaltung überwiegen dürfte.
Die Idee des Rausches ist beim spirituellem Beweggrund die zeitliche Lösung der Seele vom irdischen Körper, die so die Möglichkeit erhält, durch Kontakte mit der jenseitigen Welt der Götter und Dämonen Erkenntnis zu erlangen. Damit gehört der Rausch in die Verwandtschaft des Schlafes und des Todes, der die Seele endgültig vom Körper trennt.
Etliche Pflanzen dienen als Grundsubstanz der Rauschmittelgewinnung. Weinrebe, Hopfen, Getreide, Kartoffeln, Zuckerrohr usw. für alkoholische Getränke, Hanf, viele Kräuter, Opium, Koka, zudem verschiedene Pilze. Der Mensch war in dieser Hinsicht sehr findig.
Ein Dämon, der die Menschen zur Trunksucht verführt, ist in der altiranischen Mythologie der Saurva.
Davor bewahren den Christen mehrere Heilige, Bibiana, Johannes der Täufer, Matthäus, dem Abstinzler steht Martin von Tours bei. Vor akuter Trunkenheit bewahrt Urban I., wer auf Heilige verzichten will, der greife zum Amethyst.