Das Schwarze Netz - zum Anfang< zurück
 Witterung
 
 

Regenbogen

Das farbenprächtige Naturschauspiel des Regenbogens wird gern als Brücke zwischen Götter- und Menschenwelt gedacht.

Auf der Himmelsbrücke Bifröst gelangen beispielsweise die nordischen Asen von Asgard auf die Erde Midgard.
Diese Brücke dachte man sich dreifarbig (Gylfaginning, 13) und das Rote im Regenbogen sei Feuer, das die Riesen vom Besteigen des Himmels abhalte (ebd., 15)

Im Alten Testament ist der Regenbogen das Zeichen der Verbundenheit Gottes mit Noah und den Seinen, die als einzige die Sintflut überlebt hatten (1. Mose 9,12).

Schon im deutlich älteren Gilgamesch-Epos aus Sumer ist die Geschichte von einer Sintflut erzählt. Hier zürnt die Göttin Ishtar mit dem Gott, weil der ihr Volk ertränkt hat. Den Regenbogen setzt sie als magische Barriere zwischen Gott und die Opfergaben der verbliebenen Menschen (WALKER, 266).

Am Fuß des Regenbogens sollen dem Volksglauben zufolge Goldstücke liegen. Ein bei den Kelten verwendetes Zahlungsmittel aus gewölbten Goldplättchen wird danach „Regenbogenschüsselchen” genannt.

Bei den Griechen nutzte die Iris den Regenbogen als Reiseweg. Als Botin der Hera stieg sie über ihn vom Himmel auf die Erde herab.

Ertrunkene finden über den Regenbogen in die Wolken. Wo der Bogen die Erde berührt, darf man auf erfolgreiche Schatzsuche hoffen. Leuchtet der Regenbogen bei einer Geburt, wird der Neugeborene später ein schöner und fleißiger Mensch werden.

Als im Juni 1621 in Prag Beteiligte des böhmischen Aufruhrs hingerichtet werden sollten, baten diese den Himmel um ein Zeichen der Gnade. Als man mit der Urteilsvollstreckung beginnen wollte, ging ein Regenschauer nieder und kurz darauf sah man über dem Lorenzberg für etwa eine Stunde einen kreuzweise übereinandergehenden Regenbogen. (GRIMM, Nr. 359)

Als Wetterzeiger deutet der Regenbogen, der meistens in östliche Richtung zeigt, auf ein abziehendes Regengebiet hin.

Auf der ostfriesischen Insel Baltrum nennt man den Regenbogen wèrgall. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 427)