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Wenn Wolken unter 0° C abkühlen, gefrieren die Wassertröpfchen zu Eis. Diese Kristalle haben eine sechseckige (hexagonale) Grundform und lagern sich entsprechend aneinander, so daß sich die typischen Schneeflocken bilden, die recht gemächlich (1-2 m/s) zur Erde sinken.
In nordischer Mythologie ist der Schnee im Riesen Snaer personifiziert. Im deutschen Volksglauben heißt es, wenn Frau Holle (Holda) ihr Bett macht, rieseln die Daunen als Schnee nieder.
Der Schnee ist — obwohl selbst recht kalt — im Winter eine warme Decke für die Erde. In den Hohlräumen der Schneeflocken befindet sich sehr viel Luft, welche die gegenüber der erdnahen Atmosphäre wärmere Erde wie eine Daunendecke isoliert.
Die Erde muß ihr Bettuch haben,
soll sie der Winterschlummer laben.
Im Norden ist der Schnee als König Snaer personifiziert. Er der 300 Jahre alt sein soll, hat drei Töchter: Fönn, der dicke Watteschnee, Drifa, das Schneegestöber und Mjöll, die dem liegenden Schnee vorsteht. Snaer selbst ist Sohn des Frostriesen Jökull.
Ruft die Dohle snei, snei, soll es bald schneien (aus Braunschweig).
Sitzen die Dohlen eng beieinander, so ist bald mit Schneefall zu rechnen.
Daß es im Winter viel Schnee geben wird, soll man an regem Gebäll der Füchse in Oktober und November erfahren können.
Wenn im Oktober die Füchse bellen,
rufen sie Schnee herbei.
Auch andere Tiere, Pflanzen und früher Schneefall deuten auf den Winter:
Wenn man im Oktober die Schafe mit
Gewalt eintreiben muß, so fällt im Winter viel Schnee.
Wenn die Forellen früh laichen, gibt es viel Schnee.
Wenn Buchenfrüchte geraten wohl,
Nuß- und Eichbaum hängen voll:
So folgt ein harter Winter drauf,
und fällt der Schnee zuhauf.
Schneit’s im Oktober gleich,
wird der Winter weich.
Viel Regen im Oktober, viel Schnee im Dezember.
Wenn Frost und Schnee im Oktober war,
so folgt ein gelinder Januar.
Je mehr Schnee im November fällt,
um so fruchtbarer das Feld.
Geht Barbara (4. Dez.) im Klee,
kommt das Christkind im Schnee.
Im Winter ist reichlicher Schneefall erwünscht, er gilt als Dünger des armen Mannes:
Sturm im Dezember und Schnee,
schreit der Bauer juchhe!
So hoch der Schnee, so hoch das Gras.
Ein Winter ohne Schnee,
tut den Bäumen weh.
Wenn’s um Neujahr Regen gibt,
oft um Ostern Schnee noch stiebt.
Ist der Januar hell und weiß,
kommt der Frühling ohne Eis,
wird der Sommer sicher heiß.
Knarr’n im Januar Eis und Schnee,
gibt’s zur Ernt’ viel Korn und Klee.
Januar ganz ohne Schnee
tut Bäumen, Bergen, Tälern weh.
Januar Schnee zuhauf,
Bauer hält die Säcke auf.
Fehlen dem Januar Schnee und Frost,
gibt der März nur wenig Trost.
Februar mit Schnee und Regen
deutet hin auf Gottes Segen.
Sankt Dorothee (6. 2.) bringt meistens Schnee.
Nach Dorotheentag, kein Schnee mehr kommen mag.
Regen im Hornung, Schnee im Mai.
Schnee, der nun im Märzen weht,
abends kommt und geht.
Märzenschnee und Jungfernpracht,
dauern oft kaum über Nacht.
Donnert´s im März,
so schneit´s im Mai.
Ist der April zu schön,
wird im Mai Schnee noch weh´n.
Ist der April zu gut,
schneit´s dem Schäfer auf den Hut.
Bei Sonnenschein schmelzender Schnee deutet auf weiteren Schneefall:
Der Schnee, den die Sonne nimmt, kommt wieder.
Dagegen ist mit Tauwetter zu rechnen, wenn Schnee und Regen gemischt fallen, ebenso morgendlicher Rauhreif:
Wenn’s regnet, ist der Schnee verdorben.
Rauhfrost auf der Flur,
milder Witt’rung Spur.
Die Anzahl der Blütenringe der Königskerze deute auf die Anzahl der zu erwartenden Schneefälle.
Reichlicher Schnee an den beiden letzten Tagen der Faschingszeit soll auf gute Obsternte und viele Pilze deuten.
Bei der Schöpfung hatte der Herrgott alle seine Farben über die Pflanzenwelt ausgegossen. Als nun der Schnee eingefärbt werden wollte, bedeutete ihm der Schöpfer, er solle sich von den Pflanzen seine Farbe selbst aussuchen. Erwarungsvoll wandte der Schnee sich an das Veilchen, die Rose, das Gras und die Sonnenblume, aber alle verwehrten ihm sein Begehr. Erst das Schneeglöckchen gab dem Schnee, der bereits eiskalt vor Zorn geworden war, von seiner weissen Farbe ab. Darum bedeckt seither der Schnee zur Winterszeit allesm, was da blüht und grünt, nur das Schnneglöckchen darf unter seiner Decke hervorlugen. (aus der Oberpfalz)
De ollen Sillenstedter Wiwer (Weiber) sind bit Gösepflücken (beim Gänserupfen; aus Oldenburg).