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 Allmende
 
 

Schweigen

Bei vielen okkulten Verrichtungen ist Schweigen geboten.

In der „Chemnitzer Rockenphilosophie” heißt es: „wer einen schatz heben will, soll dabei nicht reden.” (n. GRIMM, A. 214). Etliche Sagen erzählen von einer wegen eines Verstoßes gegen das Schweigegebot mißlungenen Schatzsuche.

In Osterode am Harz hieß es: „wasser, am ersten ostermorgen vor sonnenaufgang, stromabwärts und stillschweigend geschöpft, verdirbt nicht und ist für alles gut.” (GRIMM, A. 775)

Der „Magisch-sympathetische Hausschatz” rät gegen schlimme Augen, am Pfingstmorgen vor Sonnenaufgang schweigend Wasser aus einem stillstehenden Gewässer zu schöpfen und aufzuheben. (in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 46)

„Man vertreibt Ratten und Mäuse, indem man an einem hohen Festtage vor Sonnenaufgang einen alten ungeputzten Schuh schweigend auf einen Kreuzweg trägt und die Schuhspitze nach der Gegend richtet, wohin die Ratten und Mäuse auswandern sollen.” Magisch-sympathetischer Hausschatz, 85

Eine stillende Mutter soll an drei Sonntagen schweigend aus der Kirche gehen und ihrem Kinde dabei in den Mund blasen. Das erleichtere dem Kind das Zahnen. (Chemnitzer Rockenphilosophie, GRIMM, A. 53)

In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es: „wer sein feld volltragend machen will, gehe stillschweigend einen gewissen tag aus, hole von dreierlei erbäckern erde und menge sie unter seinen samen.” (GRIMM, A. 477)