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 Allmende
 
 

Stab

- in Vorbereitung/Sammlung -

Der griechische Gott Apollo führte einen goldenen Stab, den er dem Hermes gegen dessen Pfeifen eintauschte. Der geflügelte Heroldsstab wurde zum Attribut des Botengottes Hermes.

Auch der Gott Pan, der die Natur insgesamt versinnbildlicht, führte den Stab eines Hirten. Sein gekrümmter Hirtenstab soll die Mischung der geraden und ungeraden Wege der Natur symbolisieren. Daß er am oberen Ende gekrümmt ist, stehe für das Wirken der göttlichen Vorsehung, die auf gewundenen Wegen und Umwegen geschehe und gerade da zum Ziele führe, wo es sich scheinbar um Abwege handelt. Entsprechend haben auch die Zepter der Könige eine gekrümmte Spitze, da der König seine Ziele mehr auf indirektem als auf direktem Wege erreiche (BACON, Die Weisheit der Alten, 1991, 24).

HESIOD erhielt am Helikon von den Musen die Gabe der Dichtkunst und einen Lorbeerzweig als Stab. (Theogonie, 29-33)

Der Stab ist ein Attribut der Priesterschaft. Der biblische Mose besaß einen Stab, der auch als Zauberstab diente, die römischen Auguren führten den Krummstab lituus mit sich, der als Bischofsstab vom Christentum übernommen wurde. Der Bischofsstab erinnert an den Hirtenstab des Guten Hirten und damit an Gott.

Der Stab gilt als Symbol des Lebensbaumes, z. B. beim Erzengel Gabriel.

Der heilige Christopherus kam nach Lykien. Als Beweis seines Glaubens steckte er seinen Stab in den Boden, woraufhin der zu Blühen begann und Früchte trug.

Dieses Phänomen erlebte auch jener Papst, dem Tannhäuser seinen Aufenthalt bei der Frau Venus im Hörselberg gebeichtet hatte. Der Papst verweigerte die Vergebung und sagte, eher werde sein Stab ergrünen, als daß solche Sünde vergeben werden könne. Als drei Tage später jener Stecken, den er in den Boden gerammt hatte, tatsächlich grünte und blühte, erkannte der Papst, daß die Gnade größer war, als bislang angenommen.

Ein Schäfer soll seinen Stab nahe Königslutter am Elm in die Erde gesteckt haben, woraufhin eine Quelle mit frischem Wasser, der „Lutterspring”, entsprungen sei. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 165)

Eine besondere Form des Stabes ist die Wünschelrute.

 

In der nordischen Dichtung war der Gridarwölr, der Stab der Riesin Gridr, lebensrettend für den Asen Thor, der sonst von den Riesentöchtern Gjalp und Greip zerquetscht worden wäre (Edda, Skaldskaparmal, 60).