Das Schwarze Netz - zum Anfangzurück
   Steinsetzungen
 

Hünengräber, Hünensteine

Einst wurde die Erdenscheibe von erschröcklichen Riesen behaust, welche ihre Toten unter gewaltigen Steinen zu bestatten pflegten.
So jedenfalls heißt es in mancher Sage, welche die enormen Anstrengungen, die das Aufeinanderschichten der gewaltigen Brocken bedeutet haben muß, zu erklären sucht: so etwas könne nur von urkräftigen Riesen, eben den Hünen, stammen.
Saxo Grammaticus, ein Geschichtsschreiber des Mittelaters bemerkte: „Daß Dänemark einstmals von Riesen bewohnt und bebaut worden ist, bezeugen gewaltige Felsen, die sich an Grabstätten und Höhlen der Vorfahren befinden.” (Gesta danorum, 41)

Die moderne Ur- und Frühgeschichtsforschung schreibt diese Steinsetzungen jedoch den als Trichterbecherkultur bezeichneten Menschen der Steinzeit zu, welche die Hühnen-, Megalith- oder Großsteingräber genannten Anlagen zwischen 4.300 und 2.300 v. Z. errichtet haben sollen.

Die um 2700 v. errichtete Dellbrücker Kammer. Gemeinde Bargenstedt, Dithmarschen.
Die um 2700 v. errichtete „Dellbrücker Kammer”. Gemeinde Bargenstedt, Dithmarschen. Juli 2004

 
Der Aufbau eines Hünengrabes ist stets ähnlich: einige Steine sind zu einem länglichen Kreis oder Rechteck gesetzt, als Decke wurden ein einziger oder mehrere größere Steine darübergelegt. Die so entstandene Kammer, deren Erstellung eine unerhörte Kraftanstrengung gewesen sein muß (der Deckstein des „Brutkamps” in Albersdorf wiegt 25 Tonnen), wurde dann mit Erde bedeckt, so daß schließlich der Grabhügel entstanden war.

Die Grabkammer im Rugenbarg.
Die Grabkammer im Rugenbarg. Juli 2004

 
Bekannte und gut erhaltene steinzeitliche Großsteinanlagen befinden sich beispielsweise in Albersdorf (Brutkamp, Kaiserberg), Bunsoh (Großsteingrab mit Schalenstein), Dellbrück (Dellbrücker Kammer). Als größstes und besterhaltendes Ganggrab auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland gilt der Denghoog auf der nordfriesischen Insel Sylt.

Auch die Menschen der älteren Bronzezeit errichteten noch Grabhügel. Funde ergaben, daß diese Menschen Baumsärge verwendeten, die in Rollsteinpackungen oder Steinkisten gebettet wurden. Einen gut erhaltenen Vertreter dieses Typs barg man im „Rugenbarg”, Gemeinde Vaale/Kr. Steinburg. Von der zwischen 1450 und 1250 v. Z. entstandenenen Anlage waren neben einigen Grabbeigaben sogar Reste des Baumsarges erhalten.

In noch jüngerer Zeit wurden häufig noch Urnen den Grabanlagen hinzugefügt.

Von manchen dieser Grabhügel ist heute kaum mehr etwas erkennbar (Grabhügel in Kölln-Reisiek).

Weitere, ganz am Anfang befindliche Sammlung: Hünenstein bei Morgenitz auf Usedom, Hünenkammern bei Murow b. Angermünde u. Welsow in der Uckermark