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In der Antike wurden einige staunenerregende und hervorragende Bauwerke als Weltwunder gerühmt, allesamt Bauten von enormer Größe, gewagter Architektur oder kühner Bautechnik. Es sind je nach Quelle verschiedene Bauten, die zu den Weltwundern gezählt werden, typisch ist die Siebenzahl (siehe z. B. Sieben Weise).
Als Schöpfer des Katalogs der sieben Weltwunder gilt der Schriftsteller Antipatros von Sidon. Er dichtete:
Babels Backsteinmauern sah ich, darauf der Wagen Räder rollen,
Staunt an des Alpheios Ufern an den Zeus, den hoheitsvollen.
Auch die Hängegärten konnte ich, den Koloß in Rhodos sehen,
Und der großen, mühevollen Pyramiden steile Höhen.
Selbst Mausolos’ riesig Grabmal. Aber seit in diesen Tagen
Ich Dianas Dom gesehen in die Himmelswolken ragen,
Scheint mir alles andre kleinlich.
Aus des Äthers Höhen nieder
Blickt des Sonnengottes Auge auf kein gleiches Bauwerk nieder.
(Anthologia Palatina IX 58, Übers. Stowasser)
Die ägyptischen Pyramiden
sind auf quadratischen Grundflächen aufgebaute, spitz zulaufende Bauwerke, nach üblicher Deutung Grabmale der altägyptischen Könige. Die größten sind die Pyramiden des Cheops (137 m) und des Chephren (136,4 m) bei Gizeh. Sie sollen aus der 4. Dynastie (um 2500 vor) stammen.
Die hängenden Gärten von Babylon
waren der Königin Semiramis zugeschriebenen Dach- oder Terrassengärten in der Königsburg zu Babylon. Nach griechischer Überlieferung war ihr Erbauer Nebukadnezar.
Der Artemistempel zu Ephesos
ist oben genannter Dom Dianas und war der vielbrüstigen vorderasiatischen Göttin Artemis Ephesia gewidmet, einer alten Muttergottheit, die erst von den Griechen mit der jungfräulichen Jagdgöttin gleichgesetzt wurde.
Im 6. Jahrhundert v. wurde er von Cherisphorn unter Beteiligung des Lyderkönigs Kroisos als ionischer Großtempel errichtet, ein gewaltiger, als Dipteros (Tempel mit zwei Säulenreihen) ausgeführter Bau, der 356 v. durch Brandstiftung des Herostratos eingeäschert, gleich wieder aufgebaut wurde.
Der Zeustempel in Olympia
war der Hauptbau im heiligen Hain von Olympia. Der Tempel (um 469 v.) enthielt ein gold-elfenbeinernes Sitzbild des Zeus (von Phidias, um 430 v.).
Das Mausoleum zu Halikarnassos
war der etwa 50 m hohe monumentale Grabbau des 352 v. gestorbenen Königs Mausolos, das ihn seine Gattin Artemisia in Halikarnassos/Karien errichten ließ (Strabon 14.656).
Der Koloß von Rhodos
war ein 34 Meter hohes Riesenstandbild des Helios am Hafen von Rhodos. 227 stürzte es bei einem Erdbeben um.
Der Leuchtturm auf Pharos
stand auf der damaligen Insel Pharos vor Alexandria. Er war 50 Meter hoch und entstand um 280 v. Chr.
Weiter werden genannt:
Die Backsteinmauern von Babylon.
Das Collosseum in Rom.
Auf einer alchemistisch-okkulten Abbildung tritt an Stelle der hängenden Gärten der salomonische Tempel von Jerusalem. (abg. in LÉVI, 175) Nach Éliphas Lévi waren die sieben Weltwunder den sieben Planeten zugeordnet. Der Koloß von Rhodos sei das Pantakel der Sonne, der Tempel zu Ephesus das des Mondes gewesen, das Grabmal des Mausolos Pantakel der Aphrodite (=Venus), die Pyramiden das des Hermes (=Merkur). Der olympische Zeus war das Pantakel des Zeus (=Jupiter), die Mauern Babylons und die Festung der Semiramis das Pantakel des Mars und der Tempel Salomons das des Saturn. (Geschichte der Magie, 176f.)