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 Steine / Zauberei
 
 

Hühnergott

Nicht allzu selten findet man (Kalk-)Steine mit einer Bohrung darin. Solche Steine werden als Hühnergott oder Hexenstein bezeichnet.

Hühnergott.
Hühnergott. Aufn. O. ZOMPRO, 2005
 
 
Diese Steine gelten als wirksamer Schutz gegen schadbringende Hexerei, böse Geister und dergleichen. Man hängte sie darum, durch das Loch auf eine Schnur gefädelt, an den Stall, um den Hals von Kühen, Schafen, Ziegen und sonstigen gefährdeten Haustieren, auch Menschen trugen (und tragen) diese Steine als Amulett. (PICKERING, 150)

„Ein Hühnergott zählt zu den wertvollsten magischen Gegenständen”, heißt es bei S. CUNNINGHAM. „Er ist frei, ein Geschenk des Ozeans. Er ist ein Symbol für Fruchtbarkeit und für die weibliche Kraft in der Natur (...).” (Natur- u. Elementarmagie I., 163)

Damit der Hexenstein volle Wirksamkeit entfaltet, wird er mit Ritualen aufgeladen. Diese sind — wie häufig im Volksbrauch — eine Mischung aus heidnischen und christlichen Elementen. PICKERING bringt in seinem Lexikon ein Beispiel:

„Ich beschwöre dich bei allen himmlischen Heerscharen,
Bei dem Lebendigen Gott, dem Wahren Gott,
Bei dem Gesegneten und Allmächtigen Gott ...”

Die Zeremonie schließt mit Ausrufung der Worte: „Möge er dich gegen gegen alle bösen Kräfte und Flüche schützen. Amen.” (Lexikon d. Magie und Hexerei, 150)

CUNNINGHAM empfiehlt dem nach Liebe Suchenden, einen kleinen Stein fest in das Loch des Hühnergottes zu stecken und den dann ins Meer zu werfen. Die Liebe solle einen dann finden. (Natur- u. Elementarmagie I., 163)

Ein Hühnergott soll sich auch bei Heilbädern eignen, indem man ihn einfach mit in das (gesalzene) Wasser nimmt. Allerdings soll man den Stein dann nur noch zu diesem Zweck verwenden (CUNNINGHAM, 163), vermutlich, weil der Hühnergott dann mit der schädlichen Krankheitsenergie aufgeladen ist.