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 Edelsteine
 
 

Diamant

(von gr. adamas, „unüberwindlich”) Das härteste (Härte 10) und — geschliffen zum Brillant — wertvollste aller Mineralien, nach spezifischem Gewicht (3,5) einer der schwersten Steine. Chemisch gesehen ist der Diamant reiner Kohlenstoff und damit gleich dem ungleich gewöhnlicheren Stoff Graphit.

Der Diamant ist der berühmteste und wertvollste aller Edelsteine, er war und ist (in Afrika) Gegenstand kriegerischer Auseinandersetzungen.

Plinius der Ältere billigt dem Diamanten die Kraft zu, die Wirkung von Giften aufzuheben und von Ängsten zu befreien. Er schildert den Stein in seiner Naturalis historia als so hart, daß er zwischen Hammer und Amboß seine Form bewahrt. Dagegen solle er sich eingeweicht in Bocksblut spalten lassen.
Tatsächlich läßt sich der Diamant in einer Richtung leicht spalten, da seine Kristallstruktur dieses begünstigt. In anderen Richtungen hingegen ist er widerstandsfähig wie kaum ein anderes Material. Allerdings sollte man seine Diamanten vor Feuer schützen — bei 800°C verbrennt er.

Einer um den makedonischen Eroberer Alexander rankenden Legende zufolge erreichte dessen Heer die Gegend des tiefen Diamantental, in dem zahllose dieser Steine offen herumliegen sollten. Weil dieses Tal von etlichen Drachen bewacht waren, deren furchtbarer Anblick töten sollte, wies Alexander seine Truppen an, ihre Schilde blank wie Spiegel zu polieren und sie den Ungeheuern entgegenzuhalten. Wie erwartet konnten die Drachen den eigenen Anblick nicht ertragen und verschieden.
Nun galt es noch, einen Weg in die Schlucht zu finden, doch fand sich kein gangbarer Steig. Alexander ließ mehrere Hammel schlachten und in den Abgrund werfen, damit die Edelsteine an den Kadavern kleben blieben. Nun galt es zu warten, bis Adler das Hammelfleisch samt Diamanten verschlingen würden und diese Vögel dann zu erjagen.

Ein ähnliches Diamantental soll Sindbad der Seefahrer entdeckt haben, als er vom Riesenvogel Ruch in die Lüfte getragen worden war.

Die Bibel nennt den Demant als einen der zwölf Edelsteine auf dem Amtsschild des Priesters (2. Mose 28,18).

Astrologisch ist der Diamant Monatsstein der Waage-Geborenen, in Indien ist er dem April zugeordnet (MESENZEW, 233f.).
Der „Magisch-sympathetische Hausschatz”, ein in manchen Ausgaben des „Sechsten und siebenten Buch Mosis” enthaltenes Werk zu Volksglauben und Magie, nennt den Diamant als Monatsstein der im März geborenen Menschen (BAUER, 198).

Als Brillant im eigentlichen Sinne werden in klassischer Form rundgeschliffene Diamanten bezeichnet, deren Schliff insgesamt 57 Facetten aufweist, auf der Unterseite 24, auf der Oberseite 33.

 

Nachts umgelegte Amulette mit eingearbeiteten Diamanten sollen Nachtmahre vertreiben, die als Erreger von Alpträumen gelten.

Einen Diamanten soll bei sich tragen, wer am Mondleiden (wohl Mondsucht) leidet (MESENZEW, 235).

Die größten Diamanten der Welt dürften indes „Weiße Zwerge” sein, erloschene Sterne, deren Materie zu Kristall wurde. Als ein Beispiel dafür gilt BPM 37093 im Sternbild Zentaur.

 

Diamanten in der Fabel

Der Hahn und der Diamant

Ein hungriger Hahn scharrte auf einem Misthaufen nach Fruchtkörnern und fand einen Diamanten. Unmutig stieß er ihn beiseite und rief aus: "Was nützt einem Hungrigen ein kostbarer Stein; sein Besitz macht wohl reich, aber nicht satt. Wie gerne würde ich diesen Schatz um nur einige Gerstenkörner geben."

Das Stücklein Brot, das dich ernährt,
ist mehr als Gold und Perlen wert.

(ÄSOP, Fabeln)

 

Siehe auch:
> Schliff des Diamanten
> Berühmte Diamanten