Hämatit
(von griech. haima, Blut; auch Blutstein, Eisenglanz, Roteisenerz) Ein rotbraunes bis schwarzes Mineral der Härte 6 (in erdiger Form auch Härte 1) von metallischem Glanz, der durchscheinend bis opak ist. Meist wird er als Eisenerz abgebaut, aber auch als Schmuck- und Edelstein verarbeitet (DUDA, REJL, SLIVKA, 374).
 Hämatit. |
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Als einst der gestirnte Uranus, von des blutigen Kronos Händen zerfleischt, seine mächtige Brust über die Erde hinbeugte, da rannen Tropfen des göttlichen Blutes auf die schollige Erde hinab und erstarrten in der Sonne Glut; kein Wunder also, daß diesem geronnenen Blute so große Heilkräfte gegen Augenleiden innewohnen, damit der Anblick des lieblichen Himmels dem Antlitz der Sterblichen nicht entzogen werde. (aus Orpheus Lithika, zit. n. Edelsteine in der Medizin, 29)
Außer der so beschriebenen Wirksamkeit bei Augenleiden soll der Blutstein auch Blutungen zum Stillstand bringen und galt daher als Amulett der Krieger (Edelsteine in der Medizin). Hildegard von Bingen bezeichnete den Hämatit als Blutstein.
Auch vor dem bösen Blick soll der Hämatit schützen, insbesondere junges Vieh, Kinder und schöne Mädchen (ebd., 30).
Der weise Zachalis von Babylon schrieb dem Hämatit die Eigenschaft zu, seinen Besitzer jeden Prozeß und einem Feldherrn jede Schlacht gewinnen zu lassen, vorausgesetzt natürlich, daß nicht auch der gegnerische Feldherr einen derart sieggewohnten Blutstein bei sich trug (ebd.).