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Steine sind die Gebeine der Erde. In der nordischen Mythologie sind die Gebirge die Knochen des Urzeitriesen Ymir. Aus ihnen Menschen zu erschaffen ist ein verbreitetes Motiv. So werfen die Überlebenden der griechischen Sintflut, Deukalion und Pyrrha, Steine über ihre Schultern, um neue Menschen zu schaffen. Der Zusammenhang Knochen - Fels kommt in der Redensart Stein und Bein schwören zum Ausdruck.
Das Lebendige im Stein zeigt sich auch darin, daß besonders die auffallenden unter ihnen als versteinerte Zwerge (z.B. Alwis) oder Riesen galten, weche ein Sonnenstrahl getroffen hatte. Steine weinten um den nordischen Balder und auch Orpheus gelang es, mit seiner Musik die Steine zu erweichen.
Auffallende Steine oder Felsen wurden und werden als Kultorte verehrt, ihre Entstehung mythisch ausgedeutet. Bekannte Beispiele sind die Externsteine bei oder die Findlinge. Letztere galten auch als Wurfgeschosse von Riesen, wenngleich die Geowissenschaften in ihnen Relikte der Eiszeiten sehen.
Steine sind überdies Waffen, die der Kleinere gegen größere Gegner einsetzt. So verdankt der biblische David dieser Hilfe seinen Sieg über Goliath, der keltische Lug überwindet den Riesen Balor durch einen Treffer in dessen todbringendes Auge.
Ihrer Entstehung in der Tiefe des Erdinnern verdanken die Steine ihre Kraft. So werden Krankheiten in der Volksmedizin in Steine abgeleitet. Den Stein wäscht man danach und legt ihn an einen dunklen Ort oder begräbt ihn. Todes- und Unglücksboten sucht man durch Steinwürfe zu vertreiben, Tote beschwert man mit Steinhaufen, damit sie nicht als Wiedergänger umherwandeln. Hier zeigt sich zur Verbindung der Steine mit der Erdgöttin, die Göttin des Todes wie der Geburt ist. So scheint es folgerichtig, wenn zur Steigerung der Fruchtbarkeit von Obstbäumen empfohlen wird, Steine in die Astgabeln zu legen.
Neben beeindruckenden Felsen genießen besonders die bunten Mineralien bei den Menschen seit altersher hohe Wertschätzung:
Die ganze Majestät der Natur ist auf kleinstem Raum in den Edelsteinen zusammengedrängt und ein einziger genügt, um darin das Meisterwerk der Schöpfung zu erkennen. (Plinius)
Bereits Abraham soll - laut Talmud - um den Hals einen Edelstein getragen haben, dessen bloßer Anblick Kranken geholfen haben soll.
Astrologen ordneten jedem Zeichen Steine zu, jeder Monat hat seinen Monatsstein und auch den Runen sind Edelsteine beigeordnet.
In Volksmedizin und Aberglauben spielen Steine bei Krankheit oder magischem Ritual ihre Rolle, verschiedene Therapieformen (Lithotherapie) nutzen kristalline Schwingungen, die den Steinen innewohnen sollen.
Steine heißt manchmal auch die sonst als Münzen bezeichnete Reihe im Tarot.
Steinsammlung (die Artikel sind z.T. in Genese): Achat - Amethyst - Aquamarin - Bergkristall - Beryll - Bernstein - Carneol - Chalcedon - Chrysolith - Chrysopras - Diamant - Edelsteine - Feuergranat - Granat - Heliotrop - Hyazinth - Jade - Jaspis - Karneol - Lapislazuli - Malachit - Onyx - Opal - Perle - Rosenquarz - Rubin - Saphir - Sardonyx - Smaragd - Stein der Weisen - Topas - Türkis - Turmalin