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   Physikalische Phänomene
 

Rutengängerei

Zu den in ihren naturgesetzlichen Hintergründen ungeklärten Techniken gehört die Rutengängerei. Dazu bedient man sich der Wünschelrute, mit Hilfe derer Erdstrahlen (hervorgerufen zum Beispiel von Wasseradern), Schätze, aber auch Krankheitsherde im Körper aufgespürt werden.

Die Technik des Rutengangs ist uralt, schon in der griechisch-rümischen Antike war sie bekannt.
Noch ältere Zeugnisse werden aus China berichtet, wo Kaiser Yü schon vor 4.000 Jahren ein Buch über die Mutung mit der Wünschelrute verfaßt haben soll (GRÜN, S. 191).

Die Wünschelrute ist ein Y- oder halbkreisförmiges Gerät, das traditionell aus einer Astgabel gefertigt wird. Bevorzugt werden Hasel, Weide oder Eiche, von denen ein etwa fünfzig Zentimeter langes Stück geschnitten wird. Auch Wünschelruten aus entsprechend zurechtgebogenem Metalldraht gelten als wirksam, moderne Varianten bestehen auch aus Kunststoff (z. B. Polyamid).

Der Rutengänger hält das Gerät an zwei Enden, die Spitze steht waagerecht oder nach oben angewinkelt vom Körper ab. Nun schreitet man gemächlichen Schrittes über das zu untersuchende Gelände. Sofern sich ein gesuchter Stoff im Erdboden findet, wird die Rute deutlich nach unten ausschlagen. Zur Sicherung des Ergebnisses wird empfohlen, die Stelle mehrfach zu begehen, damit nicht etwa ein Zucken der Hand den Ausschlag hervorgerufen hat (vgl. GRÜN, S. 25ff.).

Über seine eigene Ausbildung zum Rutengänger schreibt KURT STEFFEN:

„Dem Verfasser wurde mit etwa 15 Jahren das Rutengehen von einem Bauern beigebracht. Das Lernverfahren war ser eindrucksvoll. Der Verfasser mußte die Rute mit der linken Hand fassen und die Rechte dem Rutengänger geben, der die Rute mit seiner rechten Hand hielt. Beim Gehen über das Gelände erfolgten starke Ausschläge, die verblüfften. Dann mußte der Verfasser die zurückgelegte Strecke allein zurückgehen. Die Ausschläge erfolgten an denselben Stellen wie zu zweit. Die Ausbildung war beendet.”
(Über das Wesen der Welt, S. 76)

Später habe STEFFEN Erfolge bei der Wassersuche mit der Wünschelrute Erfolge verzeichnet, auch bei der Suche nach Steinen. Dabei sei die Rute nach oben ausgeschlagen. (ebd., S. 77)

Wenn Wünschelrutengänger beim Suchen ein Materialmuster des Gesuchten mit sich führen, etwa eine Silbermünze bei der Suche nach einem Silberschatz, dann sollen sie sich die gleiche Wellenlänge beider Dinge zu Nutze machen. Bei der Suche nach Wasser sei eine solche Sensibilisierung unnötig, da der Mensch selbst zu über 90 Prozent aus Wasser bestehe. Dem zu Grunde liegt das Sympathieprinzip. (GRÜN, 153)