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 Tierwelt
 
 

Medizinischer Blutegel

Hirudo medicinalis LINNÉ
Hirudinidae, Blutegel

Ein in Süßgewässern ganz Europas verbreitetes Tier, das in seiner Form an einen dicken Wurm erinnert und etwa 20 cm lang und dabei bis zu 27 Jahre alt werden kann. Der junge Blutegel ernährt sich vom Blut von Lurchen (Frösche, Molche), als erwachsenes Tier (etwa mit drei Jahren) geht er an Säugetiere und damit auch an den Menschen.

Der medizinische Blutegel hatte ehedem als „Schröpfegel” große medizinische Bedeutung. Aber auch wenn der Aderlaß etwas aus der Mode gekommen ist, hat diese Behandlungsmethode noch heute ihre Anhänger.

Ehedem nahm man an, Blutegel entstünden aus im Wasser treibenden Pferde- oder Frauenhaaren. (WEHR, 41) Tatsächlich kriechen die zwittrigen Tiere (geschlechtsreif werden sie, nachdem sie das erste Mal das Blut von Warmblütern zu sich genommen haben) jedoch im Sommer zur Eiablage ans Ufer, wo sie Kokons mit bis zu fünfzehn Eiern legen, aus denen im Frühjahr die Jungtiere schlüpfen.

Seit dem Altertum setzte man den Blutegel gegen alle möglichen Krankheiten ein, weil man annahm, überschüssiges oder unreines Blut sei Ursache des Leidens.

Der Blutegel, der ein guter Schwimmer ist, gilt auch als reizvoller Bewohner des Aquariums, dem sein Pfleger allerdings alle paar Monate seinen Arm reichen muß.

Der Blutegel ist auch Wetterzeiger, da eer bei aufziehendem Gewitter unruhig wird.

Der Aberglaube warnt dringend davor, einen Blutegel zu verschlucken, denn das Tier soll ins Gehirn vordringen und sich dort verbeißen, was Ursache für Geisteskrankheit sei. (WEHR, 41)