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| Tierwelt - Vögel | |
Pica pica (L.)
Corvidae (Rabenvögel)
Ein in ganz Europa (bis auf Island, Sardinien, Korsika und Balearen) und Teilen Nordafrika heimischer Vogel.
Sprichwörtlich ist die diebische Elster: Elstern tragen glitzernde Gegenstände in ihr Nest, damit deren Reflektion des Sonnenlichts ihre Eier wärmt. Solche Gegenstände können zum Beispiel auch auf den Fenstersims gelegte Schmuckstücke sein, was der Elster den Ruf eintrug, ein Dieb zu sein. Dabei ist sie bloß ein recht intelligenter Vogel, der interessiert auffallende gegenstände aufhebt und in ihr Nest einbaut. Beim Nestbau sind Elstern vorbildliche Materialverwerter, indem sie Teile ihrer alten Nester aus dem Vorjahr zu neuen Brutplätzen verbauen.
In Nordengland soll man Elstern als Nachkommen des schwarzen Raben und der weißen Taube betrachtet haben. Mit ihrem kontrastierendem Federkleid sei sie weder der Unterwelt noch dem Himmel zuzuordnen, symbolisch stehe sie für Gleichgewicht. (FRANKLIN, 331f.)
Krähen, Dohlen und Elstern sieht man allgemein als ,Totenvögel’ an, wie überhaupt die schwarzen Vögel. (Das sechste und siebente Buch Mosis, 120)
Das Geschrei der Elstermn soll Hungersnot und Krieg ankündigen. (WEHR, 57)
Eine Elster, die einem zu Beginn einer Reise quer über den Weg läuft, soll einen unglücklichen Verlauf der Fahrt anzeigen, weshalb zum Abbruch der Reise geraten wird (Das sechste und siebente Buch Mosis, 120).
Fremde Elstern, die sich am Haus, worin ein Kranker liegt einfinden, sollen einen baldigen Trauerfall ankündigen. Man sagt dieses auch von Kauz oder Eule (Das sechste und siebente Buch Mosis, 120).
Sie sollen aber auch die menschliche Sprache beherrschen, Neuigkeiten bringen und Besuch ankündigen. (WEHR, 57)
Elstern, die sich auf frisches Heu setzen, sollen gutes Wetter ankündigen. (ebd., 57)
Elstern darf man nicht schießen, das bringt Unglück, mahnte man in der Gegend von Crossen. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 399) In der Lausitz meinte man anderseits: In den Zwölften muß man Elstern schießen und diese zu Pulver brennen; das ist gut gegen das kalte Fieber. (KUHN u. SCHWARTZ, 170)