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| Tierwelt - Hund | |
Eine alte Volkssage erzählt, zu Bretta (=Bretten, eine Stadt im Kraichgau) habe ein Mann einen treuen, abgerichteten Hund besessen, welchen er mit einem Korb im Maul einkaufen schickte. In dem Korb lag ein Zettel mit seinem Bedarf und das nötige Geld, der Hund fand selbst den Weg zu den Geschäften und rührte von dem Einkauf sogar dann nichts an, wenn Wurst und Fleisch im Korb lagen.
Einmal sandte sein Herrchen den Hund an einem Freitag zum Metzger. Der war, anders als der Hundebesitzer, streng katholisch und hielt das Fasten. Wütend, daß einer gegen das Fastengebot verstoßen wollte nahm er den Hund und hieb ihm den Schwanz ab, den er mit den Worten: Da hast du Fleisch! in den Korb legte. Der Hund schleppte sich noch heim zu Herrchen, wo er sich niederlegte und verstarb.
Die ganze Stadt trauerte um das treue Hündlein und man setzte ein steinernes Bild eines Hundes ohne Schwanz über das Stadttor. Seither ist in der Rheinpfalz und besonders im Kraichgau das Sprichwort: Es geschieht dir wie dem Hündchen zu Bretten, wenn von schlecht gelohnter Treue die Rede ist.
Nach anderen Angaben war das Herrchen des Hundes ein Dieb, der seinen abgerichteten Hund zum Stehlen schickte, bis ihm ein Fleischer ertappte und mit dem Verlust des Schwanzes strafte.
(n. GRIMM, Nr. 95)