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 Pferd / Zauberei
 
 

Pferdekopf

Stilisierte Pferdeköpfe finden sich häufig auf den Giebeln älterer norddeutscher Bauernhäuser.

Als einmal Musikanten von einer Hochzeit über den Kyffhäuser gezogen kamen, rief der tollste von ihnen aus: „Hört ihr Gesellen, haben wir so viel gespielt, wollen wir auch noch dem alten Kaiser Friedrich eins aufspielen?” Die anderen zögerten zunächst, weil sie müde waren, aber dann stimmten sie alle gemeinsam an. Als sie geendetet hatten, trat eine Mamsell aus dem Erfurter Tor, welche den Musikanten des Kaisers Dank ausrichtete und jedem von ihnen einen Pferdekopf verehrte. Man war überrascht und sie alle warfen den scheinbar schnöden Dank fort, nur jener Tolle, welcher den Vorschlag gemacht hatte, behielt seinen. Er wollte sich nämlich einen Spaß davon machen und legte den Pferdekopf daheim unter das Kopfkissen seiner Frau. Als er dieser am Morgen sagte, sie solle doch nachsehen, was er vom alten Kaiser Rotbart erhalten hatte, entdeckte seine Frau unter ihrem Kopfkissen ein stattliches Goldstück.
Andere berichten bei sonst ähnlichem Hergang statt des Pferdekopfes von einer Pferdekeule, noch andere erzählen, im Kyffhäuser sitze Kaiser Otto, welcher einem Musikanten für sein Spiel mit drei Knochen belohnte, welche sich später als lauter Gold entpuppten. (mündl. aus Abberode, Goslar und Deutschenthal bei Halle, nach KUHN u. SCHWARTZ, S. 247.5)

Im grimmschen Märchen von der Gänsemagd ist es der im Torbogen des Schlosses aufgehängte Kopf des treuen Pferdes Falada, welcher die wahre Identität des zur Gänsemagd erniedrigten Königstochter enthüllt. (KHM Nr. 89) Sprechende Köpfe sind kein ganz seltenes Sagenmotiv.

Aus Camern (Kamern) heißt es, dort sei ein Überschwemmungsfeld, das einst nur ein schmaler Graben gewesen gewesen wäre. Den habe man trockenen Fußes übersteigen können, indem man einen Pferdekopf hineinlegte, manchmal habe sogar ein hineingelegtes Butterbrot als Brücke getaugt. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 125). Möglicherweise deutet das auf altes Opferbrauchtum.