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| Tierwelt | |
Eine mannigfaltige Gruppe von Weichtieren, welche an Land und zu Wasser vorkommen und die es mit oder Schale gibt. Anhand dieser Schale lassen sich Schnecken von Muscheln unterscheiden, denn die Schale dieser besteht aus zwei Teilen, während die Schneckenschale stets einteilig ist.
Besonders bedeutsam in Volksheilkunde, Magie und Aberglauben sind die großen, bei Berührung stark schleimenden Wegschnecken.
Zur Bekämpfung von Sommersprossen wird empfohlen, die Haut mit Schneckenschleim oder der Schnecke selbst zu bestreichen. Die diese anschließend hinter sich zu werfen (ATKINSON-SCARTER, S 231). Die Sommersprossen werden damit gewissermaßen verloren.
Ein aus Stendal überliefertes Schneckenlied (n. KUHN u. SCHWARTZ, A. 398) lautet:
Schneckhûs, peckhûs,
stäk du din vêr hörner rût,
süst schmît ick dî in’n gråven,
då frêten dî de råven.
Die rote Wegschnecke galt als Mittel gegen das Bruchleiden. Auch Schneckenschmalz wurde dagegen empfohlen. Man sagte auch: Drei schwarzen Schnecken schneide die Augen von den Hörnern herunter, gib sie in ½ Maßl Branntwein und laß das Ganze neun Nächte stehen. In der neunten Nacht, genau zur Mitternachtsstunde, trink ungefähr den dritten Teil aus. In der folgenden Nacht trink das zweite Drittel und in der dritten den Rest. Weiter meinte man, das Schmalz der roten Schnecken und das durch Ansetzen von Schnecken gewonnene Öl heile Lahmheit und gequetschte Glieder. (SCHNEEWEIS i. Handwörterbuch, VII, 1267)