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Der Werwolf

Kein Tier, sondern ein in einen Wolf verwandelter Mensch ist der Werwolf. Die Silbe „Wer” kommt von germ. Wer, der Begriff, bedeutet also Mann-Wolf oder Mensch-Wolf, denn auch von Werwölfinnen ist die Rede.

Buchtip
Elmar M. Lorey: Heinrich der Werwolf.
Lorey, Elmar M.: Heinrich der Werwolf. Eine Geschichte aus der Zeit der Hexenprozesse mit Dokumenten und Analysen. Anabas, Frankfurt am Main 1997. ISBN 387038297X
 
Unzählige Sagen ranken sich um dieses Wesen, das überall in Mythen und Sagen vorkommt, wo Wölfe heimisch sind oder es einmal waren. In ihnen heißt es, ein Mensch könne durch bestimmte Umstände in einen Wolf verwandelt werden, wobei diese Umstände ebenso verschieden sein können, wie auch die Beschaffenheit dieses Wolfes, der dann Werwolf genannt wird, unterschiedlich vorzustellen ist.

-- Artikel in sammelnder Vorbereitung --

Werwölfe sollen sich erschießen lassen, wenn man die Flinte durch das Astloch eines Sargbrettes abfeuert. (WEHR, 185)

Eine Sage von der Ostsee-Insel Usedom weiß zu erzählen, daß ein Werwolf sich auch mit einer Forke erstechen lasse:

„In Caseburg auf Usedom waren einmal ein Mann und seine Frau beim Heuen auf einer Wiese beschäftigt, da sagte die Frau nach einiger Zeit, sie habe gar keine Ruhe mehr, sie könne nicht mehr bleiben, und ging fort. Vorher aber hatte sie noch ihrem Manne gesagt, das solle er ihr versprechen, daß, wenn etwa ein wildes Thier käme, er ihm seinen Hut hinwerfen und dann fliehen solle, daß es ihm keinen Schaden thäte. Das versprach der Mann. Nur eine kleine Weile war sie fort, da kam durch die Swine ein Wolf geschwommen, der ging gerade auf die Heuer los; da warf ihm der Mann seinen Hut hin, den das Thier sogleich in kurz und kleine Stücke zerriß; aber unterdessen hatte sich ein Knecht mit einer Forke herangeschlichen und erstach den Wolf von hinten; im selben Augenblick aber verwandelte sich das Thier, und alle erstaunten nicht wenig, als sie sahen, daß es des Bauers Frau war, die der Knecht getödtet hatte.” (Mündlich aus Swinemünde, KUHN u. SCHWARTZ, S. 22, Schreibung orig.)

Eine ganz ähnliche Sage gibt es aus Malchin. (ebd., SA. 22)