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 Tierwelt - Insekten
 
 

Ameisen

Die Formicidae sind eine Familie staatenbildender Insekten, welche zur Ordnung der Hautflügler gezählt werden.

Aufn. A. Zompro
Vom sommerlichen Treiben keine Spur zu sehen — etwa 1,50 m hoher Haufen der Waldameise in einem Park bei Elmshorn, zur Wintersonnenwende 2002.
 
Der Fleiß der unermüdlich hin und her krabbelnden Ameisen ist sprich-wörtlich, manchmal wurde das Rot-China Maos mit solchem Ameisenstaat verglichen.

 


Rote Waldameise im Kampf mit dem Verfasser, Elmshorn, Juni 2003. Aufn. ZOMPRO.

 
Vermisches

Der griechische Gott Zeus soll sich der Klytoris in Gestalt einer Ameise genähert haben, „um seinen Gelüsten Genüge zu tun” (HEDERICH, Sp. 1410).

Das antike griechische Adelsgeschlecht der Aiakiden leitete die Herkunft seiner Untertanen von Ameisen her, welche von Zeus in Menschen verwandelt worden seien und nannte dieses Volk daher Myrmidonen. (K. BETH i. Handwörterbuch, I, 465)

Beim römischen Dichter OVID heißt es, die Menschen seien aus Ameisen erschaffen worden. (Metamorphosen 7,642)

Laut dem Renaissance-Gelehrten AGRIPPA haben Ameisen einen Widerwillen gegen den Majoran (De Occulta Philosophia, Kap. XVIII., zit. n. SCHRÖDTER, 43).

Ameisen sollen besonders gern Plätze bewohnen, an denen durch Wasseradern Erdstrahlen hervorgerufen werden (GRÜN, 163). „Ameisenhaufen sind stets an stark bestrahlten Plätzen angelegt. Auch die sogenannten Ameisenstraßen verlaufen meist über unterirdischen Wasseradern.” (PASKA, E. A. M., 1947, n. SCHRÖDTER, 47)

Aus „Ameiseneiern” (tatsächlich handelt es sich um die Puppen) stellte man in Tirol ein Augenwasser her, indem man Eier der Roten Waldameise in ein kleines Glas gab, welches man beim Brotbacken in Teig eingehüllt mitbuk. War der Teig gar, so fand man im Glas die Ameiseneier zu einer Flüssigkeit verschmolzen, wovon zwei bis drei Tropfen in die Augen gebracht werden sollten (Das sechste und siebente Buch Mosis, 315f.).

„Als ,biologischen Zufall’ sieht es ein USA-Wissenschaftler an, daß nicht die Insekten, sondern die Menschen gegenwärtig die Erde beherrschen. Jener, besonders der Ameisen, Entwicklung sei noch längst nicht abgeschlossen, während sich das Menschengeschlecht auf absteigendem Ast befinde (totale, globale Kriege, Atomwaffen). Abgesehen von ihren verschiedenen Staats- und Sozialsystemen weisen Ameisen auch menschliche Charaktereigenschaften auf, erfreuliche und unerfreuliche, sind auch die einzigen Tiere, welche Kriege und Armeen kennen, ,und dieser Umstand sei für uns Menschen von besonderer Gefährlichkeit, sollten die ,Über-Ameisen’ der Zukunft einmal zum entscheidenden Sturm gegen das selbstmörderisch dezimierte und degenerierte Menschengeschlecht antreten. Vielleicht aber hätten sie dann die Gnade, uns wenigstens als einigermaßen nützliche Haustiere in das neue Weltimperium aufzunehmen’” (E. M. in Neue illustrierte Wochenschau, Wien, Nr. 33, vom 12. August 1956; n. SCHRÖDTER, 222).

 

Ameise als Wetterzeiger

Das besonders im Wald nützliche Krabbeltier ist auch Wetterzeiger. Für den August heißt es:

„Wenn die Ameisen sich verkriechen,
wird bald Regen vom Himmel gießen.”

Oder Für den Winter:

Ein harter Winter soll kommen, wenn die Ameisen ihre Haufen auf St. Annatag (26. Juli) aufwerfen:

„Werfen die Ameisen Haufen auf am Annatag,
ein strenger Winter folgen mag.”

Bau’n Ameisen hoch Haufen auf,
folgt langer grimmer Winter drauf.

„Wenn die Ameisen viel tragen,
sie harten winter ansagen.”

 

Ameisen als Speise

Größere Ameisenarten, roh oder geröstet, in Öl gebraten oder mit Schokolade überzogen, dienen auch dem Menschen als Nahrungsquelle. Bei manchen Arten gibt es Arbeiterinnen deren Aufgabe darin besteht, in ihrem Hinterleib Mengen von gesammelten Zucker zu speichern. Andere Ameisen gehen dann zu diesen bewegungsunfähigen Artgenossen und erhalten von diesen eine Ration Zuckerlösung. In manchen Ländern werden diese Honigtöpfe genannten Exemplare gesammelt und als eine Art Bonbon genascht. Dem Interessierten sei die Abhandlung Insekten als Nahrung, in Brauchtum, Kult und Kultur, Berlin, 1968 von E. SCHIMITSCHEK empfohlen.

 

Ameisen in Zauberei, Brauchtum, Aberglauben

Wenn man auf einem Kreuzweg eine Ameise findet, die etwas trägt, so soll man sie in ein Gefäß geben und dieses etwas schütteln, dabei sagen „deine Last auf mich, und meine Last auf dich”. Das Tier wird daraufhin freigelassen. Hat sie ihre Last dabei verloren, so soll man diese kleine Last fortan mit sich führen, dann wirke der Zauber (MALA, 54).

In einen Ameisenhaufen gelegte Mittel des Abwehrzaubers sollen besonders wirkungsstark sein, es muß allerdings einmal die Sonne über den Haufen gegangen sein (ebd.).

Die „Chemnitzer Rockenphilosophie” erteilt den Ratschlag: „wer aus mitten in einem ameisenhaufen gewachsener birke einen hölzernen schlauch oder hahn drehen läßt, und zapft wein oder bier hindurch, der wird geschwind ausschenken.” (GRIMM, A. 98)

Schutzpatron gegen Ameisenplagen ist St. Saturninus.

Den Geruch von Tomatenpflanzen sollen Ameisen nicht mögen, ebensowenig Holunderblätter, Lavendelblüten und Kerbelkraut. (SCHRÖDTER, 25).

 

Im Südwesten Englands heißt es, dort lebende Ameisen seien gar keine Insekten, sondern die Pixies genannten letzten Überlebenden der rothaarigen Urbevölkerung Cornwalls, also elbische Wesen. (ARROWSMITH, 136)