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| Tierwelt | |
Recht verbreitet ist in mythischen Geschichten davon die Rede, ein späterer Held oder junger Gott sei als Neugeborenes ausgesetzt, dank glücklicher Fügung aber von Tieren aufgezogen oder durch Säugen am Leben erhalten worden.
In der germanischen/deutschen Sage ist es der Held Siegfried, den eine Hirschkuh säugte.
Der höchste der griechischen Olympier, Zeus, soll von Tieren aufgezogen worden sein, je nach Überlieferung von Bienen, der Ziege Amalthäa, einer Bärin oder von wilden Tauben und einem Adler.
Der griechische Heros Miletus wurde unter dem Schutz des Gottes Apollo von Wölfen bewacht und gesäugt.
Die griechische Sage weiß noch von Aeolos und Boiotos, die ausgesetzt wurden, die aber eine Kuh säugte und dergestalt rettete, ehe sie von einem Hirten gefunden wurden.
Paris, der Prinz von Troja, war als Kind ausgesetzt worden, wurde aber von einer Bärin gesäugt und dann von Hirten aufgezogen.
Die kleinasiatische Göttin Kybele wurde auf dem Berg Kybelos ausgesetzt, Panther und andere Raubtiere zogen sie mit ihrer Milch auf.
Die mythischen Gründer Roms, die Brüder Romulus und Remus, wurden ausgesetzt, überlebten aber dank einer Wölfin, die sie säugte.
Fälle wie diese soll es auch im außermythischen Leben tatsächlich häufiger gegeben haben. Irgendwo im Urwald verlorene Kinder sollen von Säugetieren, besonders von Wölfen, gewissermaßen adoptiert und aufgezogen worden sein. Solche Wolfskinder blieben den Berichten zufolge auch dann ihrer Herkunft treu, wenn sie gefunden und zu Menschen geholt wurden. Sie lernten weder sprechen noch begannen sie auf zwei Beinen zu laufen, nahmen rohes Fleisch zu sich und kümmerten in menschlicher Gesellschaft, die ihnen wohl wie eine Gefangenschaft erscheinen mußte, rasch dahin.