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| Tierwelt | |
Meister Petz ist auch in der Mythologie vertreten. Im zoologischen Namen, Ursus, zeigt sich die Verbindung zur Göttin Ursel.
Eine Bärin soll nach mancher Darstellung den Gott Zeus aufgezogen haben.
Von einer Bärin soll auch Paris, der Prinz von Troja, gesäugt worden sein.
Eine der Nymphen der Artemis, Kallisto, die ihr Keuschheitsgelübde brach, als Zeus sich ihr in Gestalt eines Bären näherte, wurde von der zornigen Artemis getötet. Als Sternbild Großer Bär wurde Kallisto an den Himmel versetzt.
Die Jägerin Atalanta wurde im Kindesalter auf dem Berg Parthenius von einer Bärin gesäugt.
Aphrodite machte die Polyphonte in einen Bären verliebt, weil diese die Liebesgöttin nicht ehrte.
Die Helveter verehrten die Bärengöttin Artio.
Das Sternbild Großer Bär (Ursa maior) ist die Kallisto der griechischen Mythologie.
Berserker sind die nordischen Krieger, die, in ein Bärenfell gehüllt, auf die Kraft der Göttin Ursel vertrauen und todesmutig wie Berserker kämpfen.
Bei den Sugambrern soll der Bär verehrt worden sein, den sie als Symbol der Diana Adruinna, der Göttin der Ardennen, in Ansehen hielten. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 225)
Einem Bären verdankten die Esenser ihre Rettung aus Belagerung und nahmen das Tier in ihr Wappen auf.
Die Haut eines Bären muß der Verarmte im Dienste des Teufels tragen. Während dieser Zeit darf solcher Bärenhäuter sich weder waschen noch Nägel und Haare schneiden. Das wird von J. GRIMM als Umschreibung eines faulen und tatenlosen Lebens gedeutet (Deutsche Mythologie, 851).
Sich auf die Bärenhaut legen ist ein geflügeltes Wort für Müßiggang (GRIMM, 851.
Die Redensart jemand einen Bären aufbinden für etwas vorlügen soll vom Brauch der Jagdgesellen herrühren, einem Wirt zum Pfand für die Zechschuld einen Bären ans Wirtshaus zu binden. Die Redensart heißt somit eigentlich einen Bären anbinden (KRÜGER-LORENZEN, 29).
Einen Bärendienst erweisen als Umschreibung für einen schlechten Dienst lesisten soll entweder aus der vorgenannten erwachsen sein oder auf eine jüngere Fabel deuten, die von einem zahmen Bären erzählt, der seinem Herrn allerlei Hilfen leistet, einmal jedoch eine Fliege von dessen Nase vertreiben will, dabei aber den Herrn versehentlich mit der Pranke erschlägt (ebd.).
Der Bär, die alte weibliche Göttin, soll symbolisch der Erde und dem Mütterlichen zugeordnet und entsprechend zu deuten sein, wenn er im Traum erscheint. Nach C. G. Jung soll er den negativen Aspekt der übergeordneten Persönlichkeit symbolisieren, mithin etwas Gefährliches, allerdings von großem inneren Wert. (AEPPLI, 372f.)
In Gestalt eines Bären soll der Dämon Belial dem Doktor Faust erschienen sein, wie ein Volksbuch aus dem 16. Jh. mitteilt. (BIEDERMANN, 132)
Im Aberglauben Hinterpommerns hieß es, wenn ein Bär im Angesicht eines Mädchens sehr laut brumme, dann sei diese nicht mehr ehrlich sondern eine heimliche Hure. (KARLE, i. Handwörterbuch, IV,509)