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| Tierwelt - Insekten | |
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Der Honig der Biene ist seit altersher ein hochgeschätzer Genuß. Im Altertum war die Bienenzucht sehr verbreitet, da man vor Gewinnung des Zuckers keinen anderen Süßstoff kannte.
| Inserat |
Wo die Imkerei unbekannt ist, gelangt der Mensch durch Honigraub an das begehrte Süß. Die Felsmalereien in der Cueva de la Arana bei Bicorp, und von Apera, Albacete (beide Ost-Spanien), die zwischen 10.000 und 2.000 Jahre alt sein sollen, stellen Menschen bei solchem Honigraub dar (SCHIMITSCHEK, 19).
Die Menschen soll — nach griechischer Mythologie — zunächst der Aristaios in der Imkerei unterwiesen haben. Der selbst erlernte die Bienenhaltung von den Nymphen, bei denen er aufgezogen wurde.
Geschichtlich läßt sich solcher Beginn allerdings schwer datieren. Im 7. Jt. v. sollen im Vorderen Orient Rind, Schwein und Biene etwa zeitgleich domestiziert worden sein (BRENTJES, n. SCHIMITSCHEK, 19), eine uralte Darstellung (etwa 6.000 v.) fand sich in Anatolien als Wandmalerei in einem Tempel von Catal Hüyük, die Waben und Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien zeigt (ebd.).
Weil das Leben der (staatenbildenden) Biene niemals als Einzeltier, sondern nur als Insektenstaat vorkommt, bezeichnet man das ganze Volk auch als den Bien, während die Biene das Einzeltier meint.
In der griechischen Mythologie ist die Biene das heilige Tier der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Die Priesterinnen der griechischen Göttin Artemis nannte man Bienen. Die Biene Melissa ernährte auf Kreta den jungen Zeus. Die Römer kannten Mellona (oder Mellonia) als Bienengöttin, Schutzgott der Bienen ist auch Priapos.
In germanischer Vorstellung stehen die Bienen den Alben nahe, wie die Dvergr dem verwesenden Fleisch des Ymir entstammen, bildeten sich die ersten Bienen aus dem Fleisch eines Stieres. Gleich den Alben sind sie Untertanen einer Königin (GRIMM, II, 579).
Ihre Nahrung ist der Honigtau, der vom Weltenbaum Yggdrasil tropft. Dieser Tau entsteht, weil die Nornen Yggdrasil mit dem weißem Nebel aus Urds Brunnen gießen (Gylfaginning, 16).
Mit Hilfe eines Bienenzaubers vermag im finnischen Epos Kalewala die Mutter des schwerverletzten Lemminkäinen ihren Sohn zu retten (15. Rune).
Eine Bienen-Göttin kannten die Litauern, sie hieß bei ihnen Austheia, der männliche, ihr männlicher Gefährte war der Bienen-Gott Bybylus. Uhsinsch hieß der Bienen-Gott bei den Letten, der Name bedeutet der Behoste und spielt auf die mit Pollen bepackten Bienenschenkel an. Als blaue Biene stellt man in Indien den Vischnu dar. (gesammelt nach SCHIMITSCHEK, 19)
Dem Imker empfiehlt der Volksglaube: ein bienenwirt schenke bei der honigernte vielen davon, so sind die bienen wieder mildtätig gegen ihn. (GRIMM, III., S 476)
Bei Agrippa von NETTESHEIM ist zu lesen, in Gegenwart von Menstruationsblut würden Bienenstöcke absterben und die Bienen den Körben entfliehen (De Occulta Philosophia, Kap. XLII., zit. n. SCHRÖDTER, 59).
Die Bienenwabe ist in ihrer Form ein Wunder der Natur. Sie wird aus Wachs geformt, das zur Herstellung von Kerzen dient und in der Keromantie zur Zukuntsdeutung verwendet wird.
Eine fromme Legende weiß von den Bienen, diese seien als einzige Tiere nicht vom Sündenfall der Menschen mitbetroffen worden. Den aus dem Paradies verstoßenen Menschen sei die Biene seither leuchtendes Vorbild an Tugend und Fleiß. (6./7. Buch Moses, 105)
Christliche Schutzpatrone der Bienen und Imker sind Ambrosius, Bernhard und Valentin.
Die Biene ist auch Wetterzeiger:
Wenn die Bienen zeitig verkitten,
kommt bald ein harter Winter geritten.
Wenn an Mariä Opferung (21. Nov.) die Bienen fliegen,
ist nächstes Jahr ein Hungerjahr.
Getraud (17. März) Führt die Kuh zum Kraut,
das Roß zum Pflug, die Bienen zum Flug.
Die Bienen sollen besonders gern Plätze bewohnen, an denen durch Wasseradern Erdstrahlen hervorgerufen werden (GRÜN, 163).
Die Biene ist, neben dem Kojoten, Nationaltier des US-Bundesstaates Süd-Dakota. Die Biene ist auch Wappentier der Mormonen, welche sie Deseret nennen.
Einen bedeutenden Fund machte man, als 1653 in Tournai das Grab des Merowingerkönigs Childerich I. (um 436 bis 481) entdeckt wurde. Zu den gefundenen Grabbeigaben gehörten nicht weniger als dreihundert aus Gold gefertigte Insektendarstellungen, welche wahrscheinlich Bienen seien, möglicherweise aber auch Zikaden. Insekten der einen oder anderen Art waren das Symboltier der Merowinger. Alle Grabfunde wurden Leopold Wilhelm von Habsburg übergeben, den seinerzeitigen Statthalter der Österreichischen Niederlande und Bruders Kaiser Ferdinands III. Später kam ein Teil des Schatzes an die Franzosen und Napoleons Ornat bei seiner Kaiserkrönung 1804 war mit den merowingischen Goldbienen geschmückt. Interessanterweise ließ Napoleon untersuchen, ob womöglich einige Merowinger den Sturz der Dynastie überlebt hätten. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 224)
Die Bienen, unwillig darüber, daß sie nur für die undankbaren Menschen arbeiten sollten, brachten dem Jupiter die feinsten Waben zur Gabe und erbaten sich von ihm die Gnade, er möchte ihren Stacheln die Eigenschaft verleihen, recht empfindliche Schmerzen zu verursachen. "Es sei", sprach Jupiter, ergrimmt über die Rachgierde dieser so kleinen Tierchen, "aber so, daß auch ihr zugleich mit dem Stachel euer Leben lasset!"
Laß dich vom Hasse nicht betören, denn seine Folgen können oft für dich selbst gefährlich werden.
Bienenorden hieß der von Adam Weishaupt begründete Vorläufer des Illuminatenordens.