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 Tierwelt
 
 

Bock

Männliche Ziegen, Schafe, Steinböcke, Gemsen, Rehe und Kaninchen werden als Böcke bezeichnet. Häufig ist in Sagen von einem Bock die Rede, wobei die Tierart nicht immer genau bezeichnet wird. Man wird dann durch Ermittlung der jeweils landes- und zeitüblichen Tierhaltung auf die Art schließen.
Der Bock steht für Lüsternheit und Lebenslust, was oft negativ gesehen wird (BIEDERMANN, 502).

Ist vom Teufel die Rede, dann handelt es sich in der Regel um eine männliche Ziege, im Gebirge um den Steinbock.

Diese Vorstellung vom Teufel dürfte von älteren Kulten um Große Mutter und gehörnten Gott inspiriert sein. In der griechischen Mythologie ist der Pan ein bocksgestaltiger Hirtengott, dessen ungebändigte Zeugungslust berühmt ist.

 

Im Silberberg bei Wollin soll ein Schatz vergraben sein. Den könne nur heben, wer zu Mitternacht schweigend ein schwarzes Huhn, einen schwarzen Bock und eine schwarze Katze opfert. (KUHN u. SCHWARTZ, A. 11)

 

Ein schwarzer Bock oder ein Bock mit einem schwarzen Kreuz auf seinem Rücken soll das übrige Vieh im Stall vor allerlei Behexung und Schadenszauber bewahren („Magisch-sympathetischer Hausschatz.”, in: Das sechste und siebente Buch Mosis, 81).

 

Bocksblut gilt im Volksglauben als Abwehrmittel gegen Flöhe. (WEHR, 66)

 

Der „Bock” ist auch eine Art grausamer Folter, bei der Daumen und große Zehen überkreuz durch Schrauben zusammengepreßt wurden, außerdem ein Sportgerät (für manche ebenfalls eine Folter) und auch ein Stützgestell beim Bau oder in der Werkstatt.

 

Bock in der Fabel

Der Fuchs und der Bock

Ein Bock und ein Fuchs gingen in der größten Hitze miteinander über die Felder und fanden, von Durst gequält, endlich einen Brunnen, jedoch kein Gefäß zum Wasserschöpfen. Ohne sich lang zu bedenken, sprangen sie, der Bock voraus, hinunter und stillten ihren Durst. Nun erst begann der Bock umherzuschauen, wie er wieder herauskommen könnte. Der Fuchs beruhigte ihn und sagte: "Sei guten Muts, Freund, noch weiß ich Rat, der uns beide retten kann! Stelle dich auf deine Hinterbeine, stemme die vorderen gegen die Wand und recke den Kopf recht in die Höhe, daß die Hörner ganz aufliegen, so kann ich leicht von deinem Rücken hinausspringen und auch dich retten!" Der Bock tat dies alles ganz willig. Mit einem Sprung war der Fuchs gerettet und spottete nun des Bocks voll Schadenfreude, der ihn hingegen mit Recht der Treulosigkeit beschuldigte. Endlich nahm der Fuchs Abschied und sagte: "Ich sehe schlechterdings keinen Ausweg zu deiner Rettung, mein Freund! Höre aber zum Dank meine Ansicht: Hättest du so viel Verstand gehabt als Haare im Bart, so wärest du nie in diesen Brunnen gestiegen, ohne auch vorher zu bedenken, wie du wieder herauskommen könntest!"

Vorgetan und nachbedacht, hat manchen in groß Leid gebracht!