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 Tierwelt - Vögel
 
 

Falken

Falco
Falconidae, Falkenvögel

In Europa gibt es zehn Arten dieser Greifvögel, welche man in die beiden Gruppen Fangfalken oder Unedle bzw. Greiffalken, welche ihre Beutetiere auf dem Boden schlagen und die Schlagfalken oder Edlen Falken, welche ihre Beute vorwiegend im Fluge greifen, unterteilt. Zur ersten Gruppe gehört beispielsweise der Turmfalk, zur zweiten Gruppe der Wanderfalk.

Die Abrichtung von Falken zum Zwecke des Jagens (Falknerei, Beizjagd) war stets eine besondere Leidenschaft des Adels und hat auch in der Gegenwart viele Freunde und Bewunderer.

 

Seine gestutzten Schwanzfedern verdankt der Falke dem König Heidrek. Als der nordische Gott Odin den mit Rätselfragen geprüft hatte, empfiehlt sich der Ase in Gestalt eines Falken. Der wütende König schlug dem entschwindenden mit seinem Schwert hinterher und erwischte noch dessen Schwanzgefieder (Edda, Die Heidreksrätsel).

Die Göttin Freya besitzt ein Falkengewand. Mit diesem Kleid vermag die Göttin sich wie ein Falke durch die Lüfte zu heben. Sie lieh es dem Loki, damit der zum Riesen Thrym fliegen konnte, um Thors Hammer Miöllnir zurückzuholen (Edda, Thrymlied). Auch zu Thjazi reiste er so, um die Idun wiederzuerlangen (Skaldskaparmal, 56) und einmal flog so zum Riesen Geirröd, der ihn fing (Skaldskaparmal, 60).

 

Bei den Ägyptern hauchte die Isis ihrem von Seth ermordeten Gatten Osiris mit ihren Falkenflügeln neues Leben ein.

 

Ein christlicher Patron der Falknerei ist der Heilige Tryphon, der Falkner der hl. Bavo.

Vom Falken heißt es, er schütze im Wald die Menschen vor bösen Geistern. (WEHR, 61) Er soll auch dem Förster den Wilderer anzeigen und dem Sammler reiche Vorkommen von Pilzen. (ebd., 57)

 

Als Falken bezeichnet man politische Scharfmacher und Kriegstreiber, allgemein Verhandlungs„partner”, die kompromißlos auf Schädigung des Gegners erpicht sind.
Der Vogel dürfte kaum richtiger Namenspate für derartige Mitmenschen sein.