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 Tierwelt
 
 

Fisch

Zoologisch sind Fische (lat. Pisces) eine sehr artenreiche Gruppe wasserlebender Wirbeltiere.

Fische sind in Deutschland — dank der Aquarianer — die zahlenmäßig mit Abstand häufigsten Haustiere.

Darum geht es hier aber nicht.

 

Frauen mit dem Unterleib eines Fisches sind die meist jung und schön gedachten Meerfrauen (Nereiden, Nixen, Melusine).

 

Chaldäer

Die Annedoten, Kulturbringer der Chaldäer, waren Mischwesen aus Mensch und Fisch.

 

Mythologie der Griechen

Als Mischwesen aus Fisch und Mensch stellte man die Eurynome dar (PAUSANIAS, Arkadien 41,6), die Gattin des Ophion, der noch vor Kronos Herrscher über den Himmel gewesen war.

Als die Olympier vor dem ungeheuren Typhon fliehen, verwandeln sich Aphrodite und Ares in Fische.

 

Christentum

Der Fisch gilt als Symboltier der frühen Christen, das lange vor dem Kreuz in Gebrauch war. Die Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch ist ichthys. Man kann es als Kürzel für Iesus Christos the-u yios soter lesen, „Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland”.
Das gemeinsame Zeichen soll den Christen während der Verfolgungszeit der gemeinsamen Verständigung gedient haben. Das Symbol ist auch für Analphabeten einfach zu erlernen, rasch in den Staub zu zeichnen und ebenso leicht wieder zu beseitigen. Es lag auch nahe, denn nicht nur die Anfangsbuchstaben ergeben den Titel des Erlösers, sondern auch Jesu erste Anhänger waren Fischer (Matthäus 4,19) und bei einem seiner Wunder verhalf Jesus zu einem einträglichem Fischzug, bei Massenspeisungen versorgte er Tausende mit nur wenigen Broten und Fischen. (BRASCH, 263)

Schutzpatrone der Fischer sind Andreas, Benno von Meißen, Ludwig IX., Nikolaus von Myra, Petrus, Ulrich von Augsburg und Verena von Zurzach, der Fischhändler Andreas, Magnus von Schottland und Petrus.

Die Redensart „weder Fisch noch Fleisch” für etwas unvollkommenes und darum unbrauchbares stammt aus der Reformationszeit, als die Menschen in Europa sich entweder zum Katholizismus oder zum Protestantismus bekennen mußten. Äußerlich sichtbar war dabei die Einhaltung des katholischen Fleischverbots am Freitag, ob man also katholisch Fisch, protestantisch Fleisch oder unentschlossen irgendetwas anders aß. (KRÜGER-LORENZEN, 95)

 

Sternenkunde

Fische ist Sternbild und eines der Tierkreiszeichen.

Bedingt durch die Präzession verschieben sich — von der Erde aus gesehen — die Sternbilder allmählich entlang der Ekliptik, so daß alle 2.100 Jahre ein anderes Sternbild des Tierkreises zum Frühlingszeitpunkt bestimmend ist. Das jeweilige Tierkreiszeichen soll auf seine Epoche, die Weltzeitalter, bestimmend wirken. Von 150 v. Chr. bis in die Gegenwart war das bestimmende Zeichen Fische. In dieser Zeit soll der Mensch von einer Sehnsucht nach dem Göttlichen beseelt gewesen sein (BETZ, 219f).

 

Zauberei

Die Zukunftsdeutung aus dem Verhalten von Fischen bezeichnet man als Ichthyomantie.

 

Traumdeutung

Von Fischen träumen bedeutet Geld (KUHN u. SCHWARTZ, C. 473)

 

Bauernregel

„Wenn Neujahr uns die Sonne lacht, gibt’s viel Fisch in Fluß und Bach.”

 

Vermischtes

In Gestalt eines Fisches soll sich gelegentlich der Kobold zeigen. Bei Hermsdorf nahe Wendisch-Buchholz (seit 1937 Märkisch-Buchholz) sollen Fischer einml einen merkwürdigen Fisch mit großen gelbglitzernden Augen gefangen haben, der plötzlich mit einem hellen Gelächter aus dem Kahn zurück ins Wasser sprang. (KUHN u. SCHWARTZ, S. 87)