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| Tierwelt - Lurche | |
Die nach warmen Regen (Froschregen) urplötzlich in Massen auftretenden Frösche sind Symbol der Fruchtbarkeit und der Wiedergeburt.
Der in Mitteleuropa wohl bekannteste Frosch ist der Froschkönig. Ein von einer Hexe in einen Frosch verwandelter Prinz hilft einer Prinzessin bei der Wiedererlangung ihres liebsten Spielzeugs und erlangt infolgedessen Zutritt zu ihrem Gemach. Die Prinzessin tötet den Lurch, weil ein froschgestaltiger Gespons ihr zuwider ist; der stirbt aber nicht endgültig, vielmehr erlangt er seine ursprüngliche Gestalt zurück und Prinzessin und Prinz werden ein glückliches Paar.
Ein anderer Frosch verkündet der Königin die Geburt des lange ersehnten Kindes, Dornröschen (GRIMM, Dt. Myth., I, 257, KHM Nr. 50).
Frosch und Kröte sind häufig die tierische Gestalt von Alben und Zwergen. Diese gelten als Gefolge der Göttin Holda (KUHN u. SCHWARTZ Anm. 9, S 468).
Frösche (und Kröten) wirken seit uralter Zeit im Mythos mit. Bereits im 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung fertigten Menschen in Mesopotamien (Babylonien) Töpferwaren an, die Froschmotive zeigen (HIRSCHBERG, S.29)
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Beim griechischen Komöden ARISTOPHANES sind Die Frösche ein Chor der Spötter.
Zwei Frösche fielen in einen Milchkrug und strampelten verzweifelt gegen das Ertrinken an. Endlich verließ den einen der Mut, er quakte: Mir wird es zuviel, ich gebe auf, er versank und ertrank. Der andere strampelte weiter, bis sich Butterklumpen bildeten, über die hinweg er aus dem Krug in die Freiheit springen konnte.
Die Frösche erbaten sich einst von Jupiter einen König. Er warf ihnen einen Klotz zu. Das Getöse jagte sie anfangs in die Tiefe, bald aber wagten sie, ihre Köpfe herauszurecken und ihren neuen König zu betrachten, der noch auf dem Wasser schwamm; und bald hüpften sie kühn auf ihn hinauf, verächtlich grüßten sie ihn als König; erbaten sich dann aber doch einen andern, der auch ein bißchen regieren könne. Im Zorn gab ihnen Jupiter eine Schlange, welche ihre Regierung auch sofort mit aller Strenge anfing und einen Untertanen nach dem andern verschlang. Bald blieb dem Überrest nichts übrig, als nochmals um einen andern Oberherrn zu bitten; allein Jupiter sprach mit Donnerstimme: "Euch ist geschehen, wie ihr wolltet! Ertragt nun dies Unglück mit Fassung!"
Der Unzufriedene lernt immer zu spät, daß das Alte besser war.
Die Hasen klagten einst über ihre mißliche Lage; "wir leben", sprach ein Redner, "in steter Furcht vor Menschen und Tieren, eine Beute der Hunde, der Adler, ja fast aller Raubtiere! Unsere stete Angst ist ärger als der Tod selbst. Auf, laßt uns ein für allemal sterben." In einem nahen Teich wollten sie sich nun ersäufen; sie eilten ihm zu; allein das außerordentliche Getöse und ihre wunderbare Gestalt erschreckte eine Menge Frösche, die am Ufer saßen, so sehr, daß sie aufs schnellste untertauchten. "Halt", rief nun eben dieser Sprecher, "wir wollen das Ersäufen noch ein wenig aufschieben, denn auch uns fürchten, wie ihr seht, einige Tiere, welche also wohl noch unglücklicher sein müssen als wir."
Laß dich nie durch's Unglück niederschlagen; es gibt immer noch Unglücklichere, mit deren Lage du nicht tauschen würdest.
So viele Tage vor Marien (25. März) die Frösche schreien,
so viele müssen sie nachher schweigen.
Ich weiß aus Erfahrung, wie jemand den Namen und das Siegel eines Geistes auf Jungfernpergament in der Stunde des Mondes schrieb, das Pergament sodann einem Wasserfrosche zu fressen gab, eine Formel dazu murmelte und den Frosch ins Wasser springen ließ, worauf bald ein starker Regen entstand. (Agrippa von NETTESHEIM, Kap. XXIV, zit. n. SCHRÖDTER, 1967, 129)
Obwohl der Frosch ein Tier des Süßwassers und eng an dieses Element seiner Wiege gebunden ist, strebt dieser Frosch entschlossen einem Bade in der herbstkühlen Ostsee zu:

Usedom, Oktober 2002. Aufn. G. ZOMPRO
Neumanichäischen Sekten warf man in Ketzerprozessen vor, bei Initiationsriten einen Frosch geküßt zu haben, sowohl auf das Hinterteil als auch auf den Mund, wobei die Zunge des Frosches ihnen in den Mund geglitten sei. (HABIGER-TUCZAY, 93).
Die heilige Einsiedlerin Wulfia, die um 750 bei Amiens (Frankreich) verstorben ist, wird betend auf einem Steinblock sitzend dargestellt, neben ihr in einem Weiher sitzt ein Frosch.
Kleine Jungen werfen zum Scherz Steine auf Frösche. Aber Frösche sterben nicht im Scherz, die Frösche sterben im Ernst. (PLINIUS der Ältere)