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| Tierwelt | |
In Europa gibt es von diesen Tieren drei Arten, Feldhase Lepus europaeus, Schneehase Lepus timidus und Kaphase Lepus capensis.
Allgemein ist der Hase ein Symboltier für Frühling und Fruchtbarkeit. Aus der Fabel kennen wir ihn als Meister Lampe.
Die Fruchtbarkeitsgöttin Ostera wird von einem Hasen begleitet, seine Vermehrungsfreude symbolisiert die Fruchtbarkeit.
In heidnischer Zeit soll der Hase im Frühling der Göttin geopfert worden sein. So erklärt sich der scheinbare Widerspruch, daß zu Ostern häufig ausgerechnet der so beliebte und bunte Eier bringende Osterhase Festbraten ist.
Ein Hase ist Fackelträger der Holda.
Bei den Friesen war der Hase der Göttin Nehalennia geweiht. (BÄCHTHOLD-STÄUBLI, III,1506)
Wie die Hunde des Hirten die Schafherde zusammenhalten, hüten die räuberischen Wölfe und Luchse im Auftrag des Herrn der Wölfe, dem Laskowiec, die Hirsche, Rehen und Hasen.
Mose stellt den Hasen als Wiederkäuer ohne gespaltene Klauen in die Reihe der unreinen Tiere (3. Mose 11,6). Das ist zoologisch gesehen insofern irreführend, als der Hase kein Wiederkäuer in dem Sinne ist, wie etwa das Rind. Allerdings soll er nur teilweise verdaute Nahrungsteilchen als Kot ausscheiden und diese als verschleimte Preßlinge erneut aufnehmen, wodurch eine bessere Verdaulichkeit, obendrein eine Anreicherung mit Vitamin B1 erreicht werde.
Der Osterhase ist wichtiges Symbol beim Osterfest, soll aber heidnischen Hintergrund haben.
Während der Hexenverfolgungen war es besonders für Frauen gefährlich, sich einen Hasen zu halten, da in Gestalt des Hasen, wie z. B. auch der Katze ihr dämonischer Hausgeist vermutet wurde oder angenommen wurde, daß sie sich selbst in einen Hasen verwandelt habe. Im Westfälischen hieß es: wirft man über den kopf zweideutiger katzen, hasen einen stahl, so steht plötzlich die gestalt eines alten weibes da, die als katze oder hase über den weg lief (GRIMM, A. 886)
Als dreibeiniger Hase sollen zuweilen Hexen zu ihren Versammlungen erscheinen, wie es bespielsweise in Neppermin auf Usedom geschehen sein soll. (KUHN u. SCHWARTZ, 32)
In einem großen dunklen Fleck auf der Oberfläche des Mondes meint man einen Hasen zu erkennen.
Dem Hasen ist der Stern Sirius zugeordnet (GEBELEIN, 204).
Wer seinem Geburtsjahrgang nach ein Hase ist, der gilt als friedlich, gesellig, diplomatisch begabt, liebenswert und langlebig.
Wenn dem Hasen im Herbst ein dichteres Fell wächst, kündigt sich damit die frostige Jahreszeit an:
Wenn rauh des Hasen Fell,
ist der Winter bald zur Stell´.
Ist das Fell hingegen glatt, gibt es milderen Winter.
Als die Hasen noch häufiger waren, erkannte man an ihrer und der Drosseln Nähe zum Menschen den kommenden Winter:
Je näher die Hasen dem Dorfe rücken,
desto ärger sind des Winters Tücken.
Sind die Drosseln noch da,
ist er noch nicht so nah.
Schwangere sollen keinen Hasen essen, weil sonst das Kind eine Hasenscharte bekomme (Sechstes und Siebentes Buch Mosis, 313).
Bei Ende der Schwangerschaft soll ein auf den Bauch der Schwangeren gelegte Hasenbalg dagegen die Entbindung erleichtern (ebd.
In einem Rezeptbüchlein für den armen Mann heißt es: Nimm den Knoten von einem Hasenfuß und bind denselben auf den Bauch, das heilt gar wunderlich. (zit. n. LOREY, 174)
Volksmedizinisch empfahl man gegen die Impotenz des Mannes die Läufe eines Hasen. Dieser muß aber am ersten Freitag im März vor Sonnenaufgang geschossen werden (WEHR, 131).
In der Chemnitzer Rockenphilosophie heißt es, ein bei Antritt einer Reise einem über den Weg laufender Hase sei ein ungutes Vorzeichen. (n. GRIMM, A. 10) Auch in Stendal sagte man, ein über den Weg laufender Hase verheiße Unglück. (KUHN u. SCHWARTZ, C. 466)
In Frankreich sagte der Volksglauben, der Hase stamme von Gott, das Kaninchen hingegen vom Teufel. (BÄCHTOLD-STÄUBLI, II, 960)