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 Tierwelt - Insekten
 
 

Der Hirschkäfer

Lucanus cervus


Hirschkäfer. Aufn. O. ZOMPRO

 
 
Der auch Schröter genannte Hirschkäfer gehört zu den größten und imposantesten in Europa heimischen Insekten. Seinen Namen hat er von den imposanten Zangen des Männchens, die einem Hirschgeweih ähneln.

 

Hirschkäfer in der Medizin

Aus dem Sud von in Öl gekochten Hirschkäfern bereiteten bereits im 16. und 17. Jahrhundert Anhänger des PARACELSUS Mittel zu, mit dem sie zur Behandlung ernsterer Erkrankungen künstlich Fieber herbeiriefen. Beim Augsburger Arzt und Mathematiker GEORG HEINISCH heißt es in der 1615 erschienenen deutschen Bearbeitung der „Wunderwerke” des Franzosen ANTONIUS MIZALDUS (ANTOINE MIZAUD, 16. Jh.):

„Ein Feber machen
wo es von nöthen wurde seyn
Man kan ein Feber anzünden
wann die hörnichte Kefer
welche Schröter heissen
in einem Oel gekocht werden
und damit den Pulß gesalbet. Solches pflegt man bißweilen in dem Krampff unnd Gicht
auch anderen Kranckheiten zu thun
in welchen gut ist daß man ein Feber erwecke”
(zit. n. SCHIMITSCHEK, 12)

 

Hirschkäfer in Volks- und Aberglauben

Seit altersher steht der Hirschkäfer mit Blitz und Donner in Verbindung. Man nennt ihn darum auch donnerpuppe, donnergueg (schweiz. gueg, „Käfer”), börner („Brenner”), husbörner („Hausbrenner”). (RIEGLER i. Handwörterbuch, VIII,869f.) Einem verbreiteten Aberglauben zufolge packt der Hirschkäfer mit seinen Zangen glühende Kohlen und trägt diese zwecks Brandstiftung zu Häusern. Er galt aber auch als Glücksbringer (WEHR, 122).